Die Eingangshalle im Wiener Funkhaus.

Foto: Hertha Hurnaus

Das Portal in der Argentinierstraße.

Foto: Hertha Hurnaus

Wien – Für Karl Markovics ist es "eine zweite Heimat", für André Heller "eine Art intellektueller Ventilator zur Durchlüftung Österreichs", für Elfriede Jelinek ein "Zentrum, das nicht aufgegeben werden darf": Für den von Mona Müry und Peter Stuiber bei Müry Salzmann herausgegebenen Band Funkhaus Wien – Ein Juwel am Puls der Stadt steuerten Intellektuelle Kurzbeiträge für den Erhalt der Radioinstitution mitten in Wien bei. Die Fotografin Hertha Hurnaus lichtete das Gebäude innen und außen ab. Die Journalistin Ute Woltron fasst in einem Essay Geschichte und Bedeutung des Hauses zusammen.

"Schwachsinnsidee"

Sie alle sehen das 1938 nach Plänen von Clemens Holzmeister erbaute Funkhaus in Gefahr. Der ORF plant den Verkauf 2016 und will das Gebäude danach zurückleasen. Die Redaktionen von Ö1, FM4 und Radio Wien übersiedeln auf den Küniglberg. Ein Hauptstadtbüro ist geplant.

Eine "Schwachsinnsidee", sagte Karl Markovics bei der Präsentation Mittwochabend. Der Regisseur will das Funkhaus bis 60 Millionen Euro kaufen und berichtet von Interesse der ORF-Führung an dem Plan: "Man ist bereit, sich die Sache noch einmal zu überlegen", sagte Markovics. "Lassen Sie das Funkhaus in Ruhe!", rief Holzmeister-Schüler Friedrich Kurrent. Das Publikum applaudierte zustimmend, darunter Hörfunkchef Karl Amon. (prie)