Künstlerische Darstellung des Doppeleinschlags vor 458 Millionen Jahren.

Illustration: Don Dixon / Erik Sturkell/University of Gothenburg

Spuren eines Meteoriten in Kalkstein.

Foto: University of Gothenburg

Göteborg – Forscher haben in der historischen schwedischen Provinz Jämtland Spuren zweier enormer Meteoriteneinschläge entdeckt. Offenbar handelt es sich dabei um Doppelkrater, die von zeitgleichen Einschlägen desselben Ursprungs stammen.

Nach Angaben der Wissenschafter weist der größere der beiden Krater einen Durchmesser von 7,5 Kilometern auf. Der kleinere Krater liegt etwa 16 Kilometer entfernt und kommt nur auf knapp 700 Meter Durchmesser. "Die beiden Einschläge fanden zur gleichen Zeit statt, vor rund 458 Millionen Jahren", so Erik Sturkell von der Universität Göteborg. Vermutlich habe es sich dabei um Fragmente einer kurz zuvor stattgefundenen Kollision im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter gehandelt.

Gigantische Welle

Zu dieser Zeit habe Jämtland vollständig unter Wasser gestanden, der Ozean sei in der Einschlagsregion etwa 500 Meter tief gewesen, so der Forscher. Als die Meteoriten auftrafen, hätten sie das Wasser an den Aufprallstellen sekundenlang verdrängt und eine gigantische Flutwelle ausgelöst, ehe das Meer wieder darüber hereinbrach.

"Dann strömte das Wasser wieder zurück und spülte dabei Fragmente der Meteoriten, vermischt mit ausgeschleudertem Material aus den Bodenschichten mit sich", erklärt Sturkell. Bohrungsdaten hätten ergeben, dass die beiden Krater dieselben Gesteinsabfolgen aufweisen und nach dem Impakt abgelagerte Sedimente das gleiche Alter haben. "In anderen Worten: Die Einschläge erfolgten simultan", so der Geophysiker. Von den Meteoriten selbst seien nur kleine Mineralkörnchen erhalten.

Heftige Kollision

Derartige Doppeleinschläge sind auf der Erde eher selten. Der Ursprung der beiden nun entdeckten Treffer könnte aber durchaus noch weitere Spuren auf der Erde hinterlassen haben: "Vor rund 470 Millionen Jahren kollidierten zwei große Asteroiden im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter", so Sturkell. "Viele Fragmente dieser Kollision wurden auf neue Bahnen geschleudert – zahlreiche davon trafen auch die Erde." (red, 14.9.2015)