Daniel Craig

Böse Zungen meinen, der aktuelle James Bond sähe aus wie ein Chauffeur von Wladimir Putin. Die sind allerdings in der Minderheit, denn mittlerweile ist er für viele zu Recht der legitime Nachfolger Sean Connerys, auch wenn Connery sich die Zimmerstunde mit der Liebsten eines Schurken aus "Casino Royale" kaum durch die Finger hätte gehen lassen. Höhepunkt für so manche, vor allem weibliche Fans dieses Films: Bond im blauen Badehoserl.

6 von 6 Punkten

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Sean Connery

James-Bond-Erfinder Ian Fleming hatte sich 1962 Cary Grant als ersten Bond gewünscht, der lehnte allerdings ab. Sean Connery war Fleming angeblich zu "grobschlächtig" und "behaart". Doch bald schon änderte Bonds "Papa" seine Meinung. Gut so. Gerade das raue, kultiviert Goscherte des Schotten, der zuvor als Sargpolierer und Kohlenhändler arbeitete, macht ihn für viele zum besten 007 in Zeiten, als das Binnen-I im Alphabet noch lang nicht zu finden war.

5 von 6 Punkten

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Roger Moore

Zugegeben, es gehört eine gewisse Reife dazu, Roger Moore als Frauenheld mit Lizenz zum Töten smart zu finden. Wie kein anderer verkörperte er den leicht angeschleimten Playboy-Schmäh der 1970er- und 1980er-Jahre und führt ebenso in Sachen Haarsprayverbrauch das Ranking an. Auch in keinen anderen Agenten war Vorzimmerdame Miss Moneypenny so verschossen wie in diesen Bond, der siebenmal böse Buben um die Welt jagen durfte.

4 von 6 Punkten

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George Lazenby

Nur einmal durfte der australische Dressman und angebliche Kängurujäger den 007 geben. Obwohl er also mit einem gewissen Handicap in den Wettbewerb geht, kann er durchaus punkten, denn er war im Jahre 1969 ein kantiges Zwischenstück zwischen Connery und Moore, etwas hölzern, aber durchaus nicht unlässig. Lazenby war der einzige verehelichte 007-Agent, so lange, bis Bösewicht Telly Savalas dem jungen Glück ein jähes Ende bereitete.

3 von 6 Punkten

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Timothy Dalton

Wenig Lizenz zum coolsten aller Bertln hatte Timothy Dalton. Im Ansatz ist er nicht unstramm, im Abgang aber doch bemüht und shakespearehaft. Für die schneereiche Verfolgungsjagd auf einem Cello-Koffer samt Blondine mag er nichts können, im Wettbewerb bleiben ihm dennoch nur die hinteren Ränge. Da nützt auch der Miniauftritt vom Wiener Wirt und Schauspielkollegen Hanno Pöschl im 007-Teil "Der Hauch des Todes" (1987) nichts.

2 von 6 Punkten

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Pierce Brosnan

Zu soft, schnöselig und im Vergleich zu anderen Bonds zu ministrantenhaft ist vielen Bondianern Pierce Brosnan in Erinnerung. Er kam 1995 mit Strahler-80-Grinsen und "Golden Eye" zur Bond-Sippe. Der Eindruck besteht zu Recht, schließlich hatte der Mann später Erfolge in Filmen wie "Mamma Mia" und machte Werbung für Nudeln. Wäre an der Seite von Pater Ralph in "Dornenvögel" besser aufgehoben gewesen. Fazit: mehr Spritzwein als Wodka. (Michael Hausenblas, RONDO, 30.10.2015)

1 von 6 Punkten

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