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Knapp aber doch am schnellsten unten und damit ganz oben: Lindsey Vonn.

Foto: AP/ Giovanni Auletta

Aare – Bis auf 7 Hundertstel-Sekunden ist Eva-Maria Brem als Zweite im Aare-Riesentorlauf an Lindsey Vonn herangekommen, letztlich hatte aber auch die Tirolerin wie die gesamte Konkurrenz den vierten Saisonerfolg der US-Amerikanerin nicht verhindern können. Vonn holte sich den 71. Weltcupsieg ihrer Karriere, sie baute die Weltcup-Gesamtführung auf ihre Landsfrau Mikaela Shiffrin auf 104 Zähler aus.

Shiffrin musste das erste von zwei Aare-Renen auslassen, weil sie beim Einfahren auf dem eisigen Hang gestürzt und im Netz gelandet war. Mit Verdacht auf eine Verletzung im rechten Knie wartete die Super-Technikerin auf ihre MRI-Untersuchung am späteren Nachmittag in Östersund. "Vorher ist alles nur Spekulation", teilte ihr Manager Kilian Albrecht mit.

Vonn hat "einfach Gas gegeben"

Vonn jubelte indes nach dem starken Ergebnis im Riesentorlauf, in dieser Disziplin gewann sie zuletzt 2013 in Maribor, es war ihr vierter Sieg überhaupt. "Unglaublich. Ich habe im zweiten Durchgang gekämpft. Ich hoffe, es geht in dieser Richtung weiter." Nach dem Überseerennen hatte sie ein paar Tage frei und in Salzburg Krafttraining gemacht. "Ich habe gestern auch nicht trainiert, aber dass Selbstvertrauen von Lake Louise kam mit. Ich habe einfach Gas gegeben."

Der 31-Jährigen kam entgegen, dass ihr einerseits der Hang liegt, andererseits der Start wegen heftigen Windes nach unten verlegt worden war. "Lindsey überrascht mich nicht. Es ist genau ihres hier, und nicht meines", sagte die 27-Jährige Brem, die vor der Italienerin Federica Brignone auf dem Podest landete.

Neunter Podestplatz für Brem

Für Brem war es der neunte Podestrang ihrer Karriere, auf den zweiten Sieg wartet sie noch. "Ein bisschen tut es mir weh, aber ich habe extrem viel riskiert und für den zweiten Durchgang noch einmal den Ski gewechselt. Ich glaube, es war die richtige Entscheidung. Es hat leider nicht gereicht, aber verstecken braucht man sich nicht." Nach Platz acht zum Saisonauftakt in Sölden war sie nun in Aspen und Aare jeweils Zweite. "Zweimal Zweite tut ein wenig weh. Ich will schon wieder einmal gewinnen – ohne es erzwingen zu wollen", erklärte Brem.

Sie freue sich über ein "Superergebnis". Der erste Durchgang sei oben nicht ganz optimal gewesen, da sei sie nicht richtig ins Fahren gekommen. "Der zweite Durchgang war von oben weg bis ins Ziel purer Spaß und Freude. Es war ein richtig cooler Tag für mich, denn eigentlich geht es um das Gefühl beim Skifahren, und das war im zweiten Durchgang richtig cool." Es sollte alles passen für die nächsten zwei Wochen, da warten in Courchevel (20.12.) und Lienz (28.12.) weitere Riesentorläufe.

Kirchgasser 16.

Als zweitbeste Österreicherin landete Michaela Kirchgasser auf Rang 16. ("Im ersten ein Fehler, im zweiten bin ich zu sauber gefahren"), Stephanie Brunner wurde nach Fehlern im ersten und zweiten Durchgang 26., punktete aber nach Aspen (20.) abermals. Katharina Truppe (31.), Carmen Thalmann (32.), Ricarda Haaser (34.) sowie Bernadette Schild (42.) und Nina Ortlieb (43.) hatten die Qualifikation für das Finale verpasst. (red, 12.12.2015)