Oft hört man, bei der Bundespräsidentenwahl gehe es um Persönlichkeiten, nicht Parteien. Das stimmt vordergründig auch: Auf dem Stimmzettel stehen schließlich Namen, keine Parteikürzel. Trotzdem spielen Parteien eine wichtige Rolle bei der Wahlentscheidung.

Heinz Fischer und Benita Ferrero-Waldner.
Foto: apa/Tatic

Wie die Abbildung unten zeigt, wählten im Jahr 2004 rote Hochburgen Heinz Fischer (SPÖ), während schwarze Hochburgen für Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) stimmten. Wiewohl man aus solchen Aggregatdaten keine vorschnellen Rückschlüsse auf das individuelle Wahlverhalten ziehen sollte (das wäre ein sogenannter ökologischer Fehlschluss), zeigt sich eines ganz klar: Die Ergebnisse der Bundespräsidentenwahl 2004 lassen sich auf Bezirksebene sehr gut durch die Nationalratswahlergebnisse von 2002 vorhersagen.

2004 wählten rote Hochburgen Heinz Fischer (SPÖ), ...
Grafik: Laurenz Ennser-Jedenastik
... während schwarze Hochburgen für Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) stimmten.
Grafik: Laurenz Ennser-Jedenastik

Mit einer Ausnahme: Kärnten. Der damalige Landeshauptmann Jörg Haider hatte kurz vor der Wahl eine indirekte Wahlempfehlung für die ÖVP-Kandidatin Ferrero-Waldner abgegeben. Am Ende lag ihr Kärntner Ergebnis rund 17 Prozent über dem, was man auf Basis der Nationalratswahl 2002 hätte erwarten können. Manche Persönlichkeiten haben also doch ganz entscheidenden Einfluss auf das Wahlergebnis. (Laurenz Ennser-Jedenastik, 3.3.2016)