Foto: Honda
Grafik: der Standard
Foto: Guido Gluschitsch
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Wien – "Meine Güte", würde der Schwiegervater sagen. Vielleicht auch noch: "Wie die Zeit vergeht." Jedenfalls aber: "Wie in einem Raumschiff." Der Schwiegervater fährt einen HR-V der ersten Generation. Schon "übertragen" gekauft. Frontantrieb, Benziner. "Der is immer grennt wie a Glöckerl." Rund 15 Jahre trennen seinen "Honda" vom aktuellen HR-V. Und in der Zeit ist einiges passiert.

Der Honda HR-V, Baujahr 1999.
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Der neue HR-V hat als Executive serienmäßig die Honda-Connect-Navigation. Ein mächtiger bunter Bildschirm in der Mittelkonsole kann alles, was man heute so braucht – von Navi über Bluetooth-Freisprechen bis MP3. Im alten Honda kann man gerade einmal Kassetten hören. Dafür muss der Schwiegervater auch nicht bestätigen, dass er während der Fahrt sicher nicht auf den Bildschirm schaut, damit sich das Klumpert überhaupt einschaltet.

Der neue HR-V von Honda ist ein moderner Kompakt-SUV, der komfortabel und gut ausgestattet ist.
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Im ersten HR-V gab es keinen Spurhalteassistenten, keinen Kollisionswarner. Nicht einmal gegen Aufpreis. Jetzt ist das serienmäßig drin. Dafür ist es allein der Tinnitus, wenn im alten Honda dauernd irgendwas pfeift.

Vor allem was die Sicherheitssysteme angeht, spielt Honda gemeinsam mit Volvo in der höchsten Liga.
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Die Anzahl der Fehlalarme ist erschreckend. Das in der Kurve geparkte Auto löst einen Digitalwirbel aus, das Auto, das vor einem bremst, weil es abbiegen will und sicher schon in weiter Ferne ist, bis man selbst bei der Kreuzung ist, ebenso, und im Stop-and-go-Verkehr in Wien hat man bald das Gefühl, unfähig zu sein, so oft geht der Auffahralarm los. Dafür löst sich die Handbremse von allein, wenn man losfährt. Natürlich nur, wenn man angeschnallt ist. Sonst nicht. Schwiegervater muss noch an einem Hebel ziehen.

Beim Heckdesign hat Honda Mut bewiesen. Die Felgen indes erinnern an, ja, was war das ...
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Um den HR-V vom Schwiegervater zu starten, muss man noch umständlich einen Schlüssel im Schloss drehen. Das braucht man heute nicht mehr. Es genügt ein Knopfdruck, dann springt der 120 PS starke Diesel, der ganz gut zum frontgetriebenen SUV passt, an. Natürlich nur, wenn man gleichzeitig auch auf der Kupplung steht. Sicher ist sicher.

Ein bisserl Abenteuer, ein bisserl Lifestyle und ein bisserl lässig wollte er schon von der ersten Generation an sein, der HR-V.
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Diese Perfektion, bis ins letzte Detail, hat ihre Vorteile. Denn Panne hatte schon der alte HR-V noch nie eine. Der würd sogar ohne Sprit noch ein paar Kilometer fahren, nur um ja keine Probleme zu machen. (Guido Gluschitsch, 28.4.2016)