Jugoslawische Kultur- und Sportvereine bildeten Möglichkeiten zum Austausch und Zusammensein.

Foto: Privatarchiv Niko Mijatović und Zorica Mijatović © JUKUS

Wien – 50 Jahre ist es her, dass Österreich ein Abkommen mit der damaligen Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) zur Anwerbung von Gastarbeitern schloss. Hunderttausende machten sich daraufhin auf den Weg nach Österreich, wo sie – zumindest am Arbeitsmarkt – mit offenen Armen empfangen wurden.

Ausstellung im Volkskundemuseum

Das Wiener Volkskundemuseum widmet sich in Kooperation mit dem Grazer Verein Jukus dieser Thematik. Anlässlich des Jubiläums werden im Rahmen einer Wanderausstellung Erfahrungen der Arbeitsmigranten und ihrer Familien durch biografische Darstellungen sichtbar gemacht. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit vielen (ehemaligen) Gastarbeitern, die auch in Form von Stadtrundgängen ihre Geschichte erzählen werden.

Mitgewirkt hat auch Niko Mijatović, der 1971 mit 19 Jahren seinem Vater nach Wien folgte. "Wenn du zwei Hände gehabt hast und halbwegs gehen konntest, hattest du schon eine Arbeit", erzählt Mijatović, der bis heute geblieben ist. Einen hohen Preis mussten viele der Arbeitsmigranten, die früher noch "Fremdarbeiter" hießen, trotzdem zahlen: Die Arbeit war meist schwer, die Wohnsituation katastrophal.

Unsichtbare Geschichte

Mijatović erzählt von den sogenannten "Rattenburgen" im 17. Wiener Gemeindebezirk, in denen Menschen hausen mussten. Viele derer, die damals kamen, sind heute bereits an den gesundheitlichen Folgen gestorben. In den Schulbüchern fehle die Auseinandersetzung damit bis heute, meint Organisatorin Handan Özbas. "Dabei haben diese Menschen Geschichte geschrieben." (vag, 2.9.2016)