Gueule de Loup 2015, ab 11 Euro

Rebsorte: Grenache, Cabernet Sauvignon, Cinsault

Alkohol: 13,5 vol.%
Säure: 5,3 g/l
RZ: 0,3 g/l
trocken

Foto: Hersteller

"Wein kann auch Spaß machen", schreit schon das Flaschenetikett hinaus und bringt damit auch die gesamte Lebenslust des Raimond de Villeneuve zum Ausdruck. Seit 1812 gehört das Château de Roquefort der Familie de Villeneuve Flayosc und Raimond, der letzte Nachfahre, führt heute das Weingut. Er arbeitet ohne den Einsatz chemischer Mittel, ist ein lupenreiner Biobetrieb. Seine Weine gehören zu den besten der Provence und sind international hoch gefragt.

Einer dieser Tropfen ist sein Gueule de Loup, das "Wolfsmaul", was eigentlich als Gartenlöwenmaul bekannt und im Süden Frankreichs eine weit verbreitete Zierpflanze ist. Wovon sich in der Nase allerdings nichts zeigt. Da duftet es nach Brombeeren, dunklen Kirschen, nach Cassis und nach den Kräutern der Provence. Um sich im Mund mit lebendig frischer Säure und einer Ladung reifer Kirschfrucht vorzustellen. Da steht kein dicker fetter Brummer in der Luke, da ist Leben in dem Saft und an den Zungenrändern spürt man wie sich Mineralität, leicht salzig, abarbeitet. Viel Kirsche, die als Frucht die Herrschaft übernommen hat, daneben etwas Johannisbeere und ein Schuss von Schokolade. In der Struktur ein feiner, fast graziler Wein, das Gerbstoffkleid ein ausgesprochen zartes, am Gaumen herrlich rot, mit einer eleganten Würze unterfüttert.

Füllt den Mund mit null Gewicht, hat Saft der trotzdem leicht ist und wirkt geschmacklich unendlich lange nach. Belebt die Sinne in des Wortes Sinn und präsentiert sich als perfekter Alltagswein. Unkompliziert, mundwässernd und fröhlich im Auftritt, leicht im Trunk und frisch in seinem Wesen. Ob zum Essen oder solo sollte jeder für sich selbst entscheiden. Zum Ratatouille (nicht zum Film) einfach unschlagbar. 11 Euro für den Südfranzosen sind in jedem Fall mehr als nur in Ordnung. (Leo Quarda, 8.9.2016)

Bezugsquellen:

http://www.delfabro.at

http://www.weinhalle.de