Stuttgart – Abschied eines Phänomens: Nach dann fast 72 Dienstjahren verlässt die Choreologin Georgette Tsinguirides (89) im Sommer das Stuttgarter Ballett. Die Deutsch-Griechin steht dort seit Dezember 1945 unter Vertrag – erst als Ballettschülerin, zuletzt als Ballettmeisterin. Intendant Reid Anderson bezeichnete sie am Dienstag als "Ikone der Ballettwelt und Ur-Mutter unserer Compagnie".

Sie sei das lebendige Gedächtnis der Ära unter dem legendären Choreografen und Begründer des Stuttgarter Ballettwunders, John Cranko (1927-1973). Die Aufgabe der Choreologen ist unter anderem die schriftliche Aufzeichnung der Bewegungen einer Choreografie – damit bleiben auch nicht mehr getanzte Arbeiten für eine spätere Neueinstudierung erhalten.

Sie sei dankbar "für ein Leben in Erfüllung", sagte Tsinguirides selbst. "Einmal Tänzer, immer Tänzer." (APA, 7.3.2017)