Wien – Lara Vadlau und Jolanta Ogar werden in Zukunft nicht mehr zusammen segeln. Die Kärntner Steuerfrau Vadlau wird in den kommenden Wochen ein paar Tests mit anderen Partnern absolvieren und will sich dabei nicht nur in ihrer Parade-Bootsklasse 470er, sondern auch im Nacra 17 versuchen. Die gebürtige Polin Ogar indes wird in naher Zukunft ihre Karriere beenden.

Die größten Erfolge von Vadlau/Ogar im 470er waren je zwei WM- (Santander 2014, Haifa 2015) sowie EM-Goldmedaillen (Athen 2014, Palma de Mallorca 2016), dazu kamen mehrere weitere Medaillen. 2014 wurden die beiden zu Österreichs "Mannschaft des Jahres" gewählt.

Enttäuschung Olympia

Aber ausgerechnet bei Olympia 2016 vor Rio de Janeiro klappte es für die Mitfavoritinnen nicht, heraus kam enttäuschend ein nur neunter Platz. Sie segelten im Dezember 2016 noch das Weltcupfinale vor Melbourne, holten sich den Gesamtsieg, traten danach aber bei keiner Regatta mehr an.

"Wir beide haben eine sehr erfolgreiche Zeit hinter uns und haben mit Ausnahme der Olympischen Spiele alles gewonnen, was es zu gewinnen gab", blickte die 23-jährige Vadlau zurück. Der 470er bleibt ein Thema, sie werde mit einer Quereinsteigerin aus einer anderen Sportart einige Testtage segeln und danach eine Entscheidung treffen, wie die konkrete Planung für Tokio 2020 aussehen soll, hieß es in einer Aussendung. Zuletzt versuchte sich beim Weltcup in Hyeres Ex-Ruderin Lisa Farthofer im 49erFX als Vorschoterin.

Einspringerin

Die gebürtige Polin Ogar, die am 3. Juni 2014 for die Olympiakampagne mit Vadlau eingebürgert wurde, wird auf Ersuchen des polnischen Verbands bei der EM ab 8. Mai vor Monte Carlo einspringen, danach aber ihre Karriere beenden. "Die Zeit mit Lara war eine tolle Erfahrung und wir haben viel erreicht. Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen in Österreich bedanken, die uns und speziell mich unterstützt haben. Lara wünsche ich auf ihrem weiteren Weg viel Glück, sie ist eine herausragende Seglerin", wurde die 35-Jährige in einer Aussendung zitiert.

Ziel des österreichischen Verbandes ist es, dass bis Oktober alle Zukunftsfragen geklärt und die Bootsbesetzungen für die Qualifikation für die Sommerspiele 2020 klar sind. Denn um erste Nationen-Quotenplätze geht es bereits 2018. Noch offen ist auch, wie es mit dem 470er-Duo Matthias Schmid/Florian Reichstädter weitergeht. (APA, 1.5.2017)