1. Abschied vom STANDARD

Diese Woche lässt Alexandra Föderl-Schmid den STANDARD hinter sich und wechselt zur "Süddeutschen Zeitung". 27 Jahre hat sie für diese Zeitung gearbeitet, erst in der Oberösterreich-Redaktion, dann als Korrespondentin in Berlin und Brüssel, als Ressortleiterin Wirtschaft, und im Juli 2007 wurde sie als erste Frau Chefredakteurin einer österreichischen Tageszeitung. Seit 2012 war sie auch Co-Herausgeberin des STANDARD. Für die große deutsche Qualitätszeitung "Süddeutsche Zeitung" berichtet sie nun als Korrespondentin aus Israel.

Alexandra Föderl-Schmid 2016 bei der STANDARD-Diskussionsreihe "Europa im Diskurs" im Wiener Burgtheater, hier über die Zukunft der Demokratien.
Foto: Matthias Cremer

Das Medienressort des STANDARD verdankt ihr viel: Wir hatten die umfangreichste und beste Berichterstattung über die deutsche Medienbranche, die sie quasi als inoffizielles Ressortmitglied aus Berlin zulieferte. Als Chefredakteurin und Herausgeberin schrieb sie von internationalen Branchenkongressen gleich selbst, dachte als Informantin und Ezzesgeberin oft an Etat/Kommunikation, wie das bei uns so kompliziert heißt, und stand vor allem hinter dem Ressort und seinen gern auch kritischen Berichten. Auch wenn sie da und dort Betroffene kannte und anders beurteilte.

Bis "Die Zeit" Martin Kotynek zum STANDARD übersiedeln lässt, wir rechnen mit seinem Dienstantritt im November, wird Föderl-Schmids bisheriger Stellvertreter Rainer Schüller die Chefredaktion interimistisch übernehmen.

2. Ankunft bei Puls 4

Stefanie Groiss tritt im September als Senderchefin von Puls 4 an. Nach 20 Jahren im ORF, als Programmstrategin von ORF 1, als Leiterin der österreichischen Delegation beim Song Contest in Wien und Programmentwicklerin für "Factual Entertainment", etwa "Undercover Boss" oder "Die härtesten Jobs Österreichs".

Es ist nicht der härteste Job, aber nach Groiss' Worten "einer der spannendsten Medienjobs im Land". Sie führt in der größten privaten Sendergruppe eines von zwei österreichischen Vollprogrammen. Die gilt es seit der Übernahme von ATV im Frühjahr so klug zu positionieren, dass sie einander ergänzen. "Austria's Next Top Model" läuft diesen Herbst erstmals bei ATV, bei Puls 4 ist im Oktober mit "Ninja Warrior" zu rechnen, dessen deutsche Ausgabe gerade bei RTL gut läuft, auch in Österreich. Damit ist's wohl nicht getan.

3. Wählerische Werbekonjunktur

Auch im September, spätestens am 15., veröffentlicht die Medienbehörde die nächsten Quartalsdaten, welche öffentliche Stelle in welchen Medien für wieviel Geld geworben hat (mit einigen Ausnahmen). Vorwahlzeiten sorgen da gern für eine Sonderkonjunktur – darüber wird es aber erst im Dezember Daten geben. Am 15. September werden die Buchungen im zweiten Quartal veröffentlicht, also bis Ende Juni.

In Vorwahlzeiten starten öffentliche Stellen auch gerne neue Kampagnen. Es könnte also gut sein, dass die Wählerinnen und Wähler in den nächsten Wochen mit ganz neuen Sujets und Claims von den Segnungen der Energieversorgung, der Landesverteidigung oder auch der Müllabfuhr erfahren.

4. Österreichs beste Werbung

Ganz und gar nicht ausgeschlossen ist, dass sich Werbung öffentlicher Stellen nicht nur unter den Medientransparenzdaten der KommAustria findet, sondern auch unter den kreativsten Arbeiten des Jahres.

Die prämiert der Creativ Club Austria (CCA) zu Jahresbeginn –Sie erinnern sich gewiss an den recht intensiv diskutierten Grand Prix für Frau Gertrude, die im Präsidentschaftswahlkampf 2016 vor Norbert Hofer warnte. Martin Radjaby-Rasset, der die Kampagne für Alexander Van der Bellen verantwortete (und nun auch die der Grünen konzipierte), ist gerade von Jung von Matt zur Erste Bank gewechselt.

CCA-Grand Prix: Frau Gertrude.

Der CCA präsentiert die besten Arbeiten in einem Jahrbuch der Werbung. Wurde eigentlich das CCA-Annual 2017 schon vorgestellt? Wenn nicht (und ich's nicht längst verpasst habe): Eine schöne Gelegenheit dafür wäre das CCA-Sommerfest diese Woche. (Harald Fidler, 28.8.2017)