In Saudi-Arabien ist der Islam Staatsreligion. Das Staatsoberhaupt Saudi-Arabiens nennt sich selbst "Hüter der heiligen Stätten in Mekka und Medina", also jener Orte, in denen der Religionsgründer Mohammed geboren beziehungsweise begraben wurde. Das aktuelle Staatsoberhaupt, König Salman ibn Abd al-Aziz, hat vor ein paar Monaten seine Nachfolge geregelt und Mohammed bin Salman zu seinem Kronprinzen ernannt.

Wie sich am Mittwoch herausstellte, war es jener Kronprinz, der Mitte November über Hintermänner Leonardo da Vincis "Salvator Mundi" zum Rekordpreis von 381 Millionen Euro ersteigerte und es damit zum teuersten Gemälde der Welt machte, das je auf einer Auktion angeboten wurde. Das Gemälde zeigt Jesus Christus. Nun soll es als Leihgabe im kürzlich eröffneten Louvre Abu Dhabi ausgestellt werden, um weitere Zuschauer anzuziehen und die Museumskassen des königlich-staatlichen Museums ordentlich zum Klingeln zu bringen – der STANDARD berichtete.

Geld stinkt nicht

Nur mal kurz angedacht – was würde wohl passieren, wenn ein Durchschnitts-Saudi in seinem Heim ein Christus-Bild an die Wand hängt und seine Nachbarn zu sich nach Hause einlädt? Im harmlosesten Fall würden ihm die Nachbarn ab sofort aus dem Weg gehen. Ganz anders verhält es sich beim künftigen Hüter der heiligen Stätten. Pecunia non olet, Geld stinkt nicht, hieß es schon bei den Römern. (Markus A. Gaßner, 8.12.2017)