Einzige Sorge in Schwechat: Die weitere Entwicklung rund um Air Berlin und Niki.

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Wien/Schwechat – Trotz eines weitgehenden Ausfalls der Air-Berlin-Flüge gegen Jahresende aufgrund der Insolvenz der Niki-Mutter hat der Flughafen Wien 2017 ein spürbares Passagier-Plus erzielt. In Wien-Schwechat stieg die Zahl der Fluggäste um 4,5 Prozent auf 24,4 Mio., in der gesamten Gruppe um 6,9 Prozent auf 30,9 Millionen. Für 2018 werden Zuwächse von 3 Prozent in Schwechat und 5 Prozent in der Gruppe erwartet.

Wermutstropfen Air Berlin und Niki

Deutliche Wachstumsimpulse erwarte man 2018 durch die Lufthansa-Gruppe und das Low-Cost-Segment, unter anderem durch neue Carrier wie Wizz Air. Ein Wermutstropfen sei die Entwicklung bei Air Berlin und Niki: Dazu erhoffe man aber dennoch, dass es bald Rechtssicherheit für eine tragfähige Lösung für das Unternehmen und seine Beschäftigten gebe, betonte der Vorstand am Dienstag im Vorfeld eines Pressegesprächs zu den Verkehrszahlen in einer Aussendung.

Flughafen-Vorstand Julian Jäger kritisiert die wechselnden Gerichtsbeschlüsse rund um die Insolvenz der Fluglinie Niki als "zermürbend". Das führe auch für den Flughafen Wien zu großer Unsicherheit, sagte Jäger am Dienstag in Wien vor Journalisten. Inzwischen sei "jede Lösung besser als keine Lösung".

"Immer dann, wenn man den Eindruck hat, jetzt gibt es eine Lösung und ... Niki fährt in einen sicheren Hafen, ... dann gibt es ein neues Gerichtsurteil und alles wird über den Haufen geworfen", kritisierte Jäger. Nun hätten die zwei Insolvenzverwalter in Deutschland und Österreich eine sehr große Verantwortung, sie sollten "pragmatisch, Hand in Hand arbeiten".

Rechtlich abgesicherte Lösung

Das wichtigste sei, dass es eine rechtlich abgesicherte Lösung gibt. Auch wenn es sich erst in einigen Jahren auf Basis eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) herausstellen sollte, wer "rechtlich recht hatte". "Man darf sich gar nicht ausdenken, was passiert, wenn jetzt der deutsche Bundesgerichtshof entscheidet, dass doch das Hauptverfahren in Deutschland abzuwickeln ist" und es parallel zwei gültige Insolvenzverfahren geben sollte.

Der Flughafen habe keinen Einblick, welcher Bieter zu bevorzugen wäre. "Das sollen andere entscheiden", so Jäger. Mit allen bisher bekannten Interessenten (Eurowings, Lauda, Vueling) gebe es gute Kontakte. Mit Lauda habe man in der Vergangenheit "exzellent" zusammengearbeitet, mit Eurowings gibt es ebenfalls eine sehr gute Kooperation und auch mit Vueling habe es bereits sehr gute Gespräche gegeben. Das Unternehmen wolle sieben bis acht Flugzeuge in Wien stationieren und sei auf Wachstum ausgerichtet.

"Groteske" um Niki beenden

Flughafen-Vorstand Günther Ofner sagte, der Flughafen Wien könnte stärker wachsen, wenn "die sehr ärgerliche Groteske um Niki beendet würde". "Möglicherweise war schon die Vorgangsweise der Europäischen Kommission nicht das allerbeste, aber was seither stattgefunden hat, schädigt den Wirtschaftsstandort und ist natürlich auch eine böse Entwicklung für die Mitarbeiter der Airline", so Ofner. Jeder müsse daran interessiert sein, "dass hier raschest eine Entscheidung gefällt wird".

Trotz der Turbulenzen am Airline-Sektor werde die Flughafen Wien AG für 2017 und 2018 jeweils steigende Gewinne ausweisen. Für 2018 liege die Guidance für das Ergebnis nach Steuern bei über 132 Mio. Euro, der Umsatz solle heuer auf über 755 Mio. Euro steigen und das EBITDA auf über 325 Mio. Euro. Für das vorige Jahr 2017 sei mehr Dividende zu erwarten, bekräftigte das Unternehmen. Die Nettoverschuldung solle auf unter 300 Mio. Euro reduziert werden, an Investitionen seien 2018 rund 175 Mio. Euro vorgesehen. (APA, 16.1.2018)