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Der Chef von Generali Österreich, Alfred Leu, fordert mehr Engagement der Regierung in Sachen Altersvorsorge.

Foto: Reuters/Bader

Wien – Generali Österreich, Tochter des gleichnamigen italienischen Versicherungskonzerns mit Sitz in Triest, verteilt Vorschusslorbeeren an die neue Regierung und hofft, dass diese auch gerechtfertigt sind. Die Voraussetzungen jedenfalls seien besser als in früheren Jahren. "Finanzminister Löger kommt aus der Branche und kennt unsere Sorgen", sagte Alfred Leu, CEO der Generali Holding Vienna, Mittwochabend vor Journalisten. "Das ist eine große Chance, die wir mit ihm haben."

Hartwig Löger war vor seinem Wechsel ins Finanzministerium Chef des Versicherungskonzerns Uniqa. Von ihm erwartet Leu, ein gebürtiger Schweizer, insbesondere mehr Sensibilität für das Thema Altersvorsorge. "Ich staune, dass das Thema in Österreich angesichts der demografischen Entwicklung nicht schon bisher stärker diskutiert worden ist", sagte Leu. In den nächsten zehn Jahren steige die Lebenserwartung der Männer auf durchschnittlich 81 Jahre an, die der Frauen auf 86 Jahre. Das sollte Grund genug für die Regierung sein, auch der Pflegeversicherung durch attraktivere Rahmenbedingungen zum Durchbruch zu verhelfen.

Mehr Überzeugungsarbeit

Bei der Altersvorsorge wünscht sich Leu mehr Überzeugungsarbeit und Motivation, "damit die Menschen den Sparprozess früher beginnen." So sollte die steuerliche Absetzbarkeit von Vorsorgeprodukten von derzeit 300 auf 1000 Euro im Jahr erhöht werden. Zudem sollte der verpflichtende Aktienanteil gesenkt werden, damit entsprechend mehr in andere Assetklassen investiert werden könne. Und noch einen Wunsch hat Leu an die Regierung: "Dass wir frühzeitig informiert und eingebunden werden".

Gutes Jahr 2017

2017 sei ein gutes Jahr für Generali in Österreich gewesen. Das würden die Zahlen zeigen, die am 24. April vorgelegt werden.

Intern hat es eine Umstrukturierung gegeben. Seit 1. Jänner gehört Österreich der Generali-Region Zentral- und Osteuropa an. Die neue organisatorische Zuordnung entspreche der starken historischen Verbindung der Länder innerhalb dieser Region. Zuletzt war Generali Österreich Teil der Region EMEA (Europe, Middle East, Africa). Die Fäden dafür laufen in Prag zusammen. Geleitet wird die aus elf Ländern gebildete Region von Luciano Cirinà, der bis März 2013 Österreich-Chef war. (Günther Strobl, 25.1.2018)