St. Pölten – In den Ermittlungen gegen ein mittlerweile ausgeschlossenes SPÖ-Mitglied haben sich weitere Missbrauchsopfer gemeldet – die Zahl ist damit von drei auf fünf gestiegen. "Der Tatzeitraum reicht bis in die 1990er-Jahre zurück", sagte Leopold Bien von der Staatsanwaltschaft St. Pölten am Mittwoch und bestätigte damit einen "Krone"-Bericht. Der in U-Haft befindliche Mann bestreitet alle Vorwürfe.

Die Opfer stammen laut Staatsanwaltschaft "aus dem sozialen Umfeld" des Mostviertlers – nicht alle seien mit ihm verwandt. Laut "Krone" soll es sich um zwei Enkel, eine Schulfreundin eines Enkelkindes und zwei mittlerweile Erwachsene handeln.

Kontradiktorische Einvernahmen geplant

Die Opfer wurden laut Bien bereits von der Polizei befragt, kontradiktorische Einvernahmen seien für die nächsten Wochen geplant. Die Übergriffe sollen – nicht durchgehend – seit den 90er-Jahren stattgefunden haben.

Dem ehemaligen Gemeindepolitiker werden auch Wiederbetätigung und Verstöße gegen das Waffengesetz angelastet. In seinem Haus im Bezirk Amstetten wurden NS-Devotionalien sowie Faustfeuerwaffen, Handgranaten und Schlagringe entdeckt. Der Beschuldigte sei auch vor der Haft- und Rechtsschutzrichterin zu sämtlichen Vorwürfen nicht geständig gewesen, sagte der Staatsanwalt.

Die SPÖ Niederösterreich hat den Mann aus der Partei ausgeschlossen. Der Beschluss fiel in einer Sitzung des Landesparteivorstands am Dienstagabend. (APA, 31.1.2018)