An der Uni Wien kommen auf einen Professor 214 Studenten bzw. auf einen Uni-Lehrer 39 Studenten.

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Wien – Die Betreuungsrelationen an den Universitäten haben sich in den vergangenen Jahren kaum verbessert. Laut dem am Montag vom Bildungsministerium dem Parlament übergebenen neuen Universitätsbericht 2017 kamen im Studienjahr 2015/16 118 Studenten (2013: 121) auf eine Professur bzw. 21 Studenten auf einen Uni-Lehrer (Vollzeitäquivalent, Anm.), 2013 waren es ebenfalls 21.

Zieht man nur sogenannte "prüfungsaktive" Studenten heran, entfielen im Studienjahr 2015/16 auf ein Vollzeitäquivalent des universitären Lehrpersonals durchschnittlich 13 Studierende, auf eine Professur durchschnittlich 76. Diese Betreuungsrelationen sind gegenüber dem Studienjahr 2012/13 – dem Vergleichsjahr aus dem letzten Universitätsbericht – konstant geblieben.

Als prüfungsaktiv gelten Studenten, die im Studienjahr Prüfungen im Ausmaß von mindestens acht Semesterstunden oder 16 ECTS abgelegt oder einen Studienabschnitt abgeschlossen haben. Die ungünstigsten Betreuungsrelationen gibt es dabei je nach Bezugsgröße an der Universität Wien sowie der Wirtschaftsuniversität (WU). An der Uni Wien kommen auf einen Professor 214 Studenten bzw. auf einen Uni-Lehrer 39 Studenten (jeweils Vollzeitäquivalente), an der WU sind es pro Professor 244 Studenten und pro Uni-Lehrer 37 Studenten.

Beste Relationen haben Kunstunis

Zieht man nur die prüfungsaktiven Studenten heran, haben ebenfalls diese beiden Universitäten die schlechtesten Relationen: An der Uni Wien kommt ein Professor auf 124 prüfungsaktive Studenten und ein Uni-Lehrer auf 22 prüfungsaktive Studenten. An der WU betreut ein Professor 142 Prüfungsaktive, ein Uni-Lehrer 21.

Am günstigsten sind die Betreuungsverhältnisse naturgemäß an jenen Universitäten, an denen der Zugang beschränkt ist. Die besten Relationen weisen die Kunstuniversitäten auf, gefolgt von den Medizin-Unis und der Veterinärmedizinischen Universität.

Für Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) weist der Universitätsbericht "klar die Handlungsfelder auf. So ist das Betreuungsverhältnis in einigen Fächern verbesserungswürdig, die Zahl der Absolventen und Absolventinnen soll gesteigert werden. Mit der neuen Universitätsfinanzierung wollen wir genau diesen Herausforderungen begegnen."

Zufrieden zeigte sich Faßmann in einer Aussendung mit der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre. Er verweist auf die aufgestockten finanziellen Mittel, die positive Wirkung des eingeführten Zugangsmanagements und die steigende Frauenquote.

Studentenzahl steigt bis 2035 um 14 Prozent

Die Zahl der Studenten an den österreichischen Hochschulen steigt laut einer Prognose der Statistik Austria bis 2035 von 370.000 (2015/16) auf 423.000, ein Plus von 14 Prozent. Noch stärker steigt die Zahl der belegten Studien: an öffentlichen Unis um 18 Prozent, an Fachhochschulen um 24 Prozent, an Pädagogischen Hochschulen um neun Prozent und an Privatunis um 67 Prozent. (APA, 19.2.2018)