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Gazprom-Chef Miller freut sich über starke Exporte.

Foto: Reuters/SERGEI KARPUKHIN

Moskau – Viermal innerhalb einer Woche hat Gazprom zuletzt Exportrekorde beim Gasverkauf aufgestellt. Am Samstag setzte der Konzern 655,2 Millionen Kubikmeter Gas im Ausland ab. "Neues absolutes Maximum", teilte Gazprom mit. Da auch die laufende Woche keine Erwärmung verspricht, hofft das Unternehmen auch diese Höhe noch zu übertreffen. Im operativen Geschäft dürfte das Quartal einen Gewinnsprung bedeuten, zumal aufgrund der starken Nachfrage auch die Spotpreise für Gas in Europa angezogen haben.

Auch in Österreich ist die Nachfrage nach russischem Gas enorm, wie Gazprom-Chef Alexej Miller bei einem Treffen mit OMV-Chef Rainer Seele in der vergangenen Woche in St. Petersburg feststellte: 1,8 Milliarden Kubikmeter Gas innerhalb der ersten acht Wochen bedeuten ein Plus von mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die steigenden Lieferungen nach Europa bedeuten auch eine stärkere Auslastung der ukrainischen Transitpipeline, denn Nord Stream und die Pipeline Jamal-Europa bieten kaum noch Steigerungspotenzial (Auslastung 90 Prozent).

Ringen um Pipeline

Allerdings will sich Gazprom von Kiew unabhängig machen, der Transitvertrag läuft 2019 aus. Umso gespannter schaut man in Moskau auf Berlin: Dort soll Anfang März über die Genehmigung für die Pipeline Nord Stream 2 mit einer Kapazität von 55 Milliarden Kubikmetern entschieden werden. Die Russen rechnen mit einem positiven Bescheid. Ihr Interesse an einer Finanzierung des Projekts hat zudem die italienische Großbank Intesa Sanpaolo bestätigt – vorausgesetzt, die EU-Kommission erhebt keinen Einwand.

Mehr Fragezeichen hingegen wirft der südliche Gaskorridor auf. Gazprom hat zuletzt die veranschlagten Investitionen für die Leitung Turk Stream um eine Milliarde Dollar (auf insgesamt sieben Milliarden) aufgestockt. Doch während die Verlegungsarbeiten im Schwarzen Meer laufen, fehlt nach wie vor die Genehmigung Ankaras für die Überlandverlegung auf türkischem Gebiet. Das erschwert die ohnehin komplizierten Verhandlungen mit der EU über eine Verlängerung der Pipeline Richtung Südeuropa. (ab, 26.2.2018)