Organisationsanweisung-Channel-Manager-2018-3.pdf

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Die Montagabend ORF-intern kundgemachte Organisationsanweisung, mit der ORF-General Alexander Wrabetz die Channel Manager sowie Channel-Chefredakteure und -Programmleiter einrichtete.

Organisationsanweisung Channel Manager ORF 2018 3

Wien – Die ersten urkundlichen Erwähnungen von "Channel Managern" für ORF 1 und ORF 2 datieren aus 2009 und 2010 – Senderchefs für ORF 1 und ORF 2 kamen etwa schon in Alexander Wrabetz' damaligem Strategiepapier "ORF 2015" vor. Am Dienstag hat der ORF diese Channel Manager als neue Schlüsselkräfte im ORF-Fernsehen tatsächlich ausgeschrieben, samt Channel-Chefredakteuren und -Programmleiter. Unter ihnen wird auch die bisherige TV-Information aufgeteilt.

Bewerbungsfrist 10. April

Die Bewerbungsfrist für alle neu ausgeschriebenen Funktionen endet bereits am 10. April 2018. Die dazu passenden Strukturen treten mit 1. Mai in Kraft.

Die Channel-Manager haben laut Montagabend intern kundgemachter neuer Struktur Budget- und Programm- und Informationsverantwortung für ihren Kanal. Sie bestimmen, abgestimmt mit dem seit 2016 für die Information verantwortlichen ORF-General Infoprofile und Infosendungen, entwickeln Programm mit Hauptabteilungen der bisherigen Fernseh- und nun Programmdirektorin.

DER STANDARD lieferte schon vorigen Donnerstag die Organisationsanweisung dazu im Wortlaut (Version datiert mit 23. März 2018). Die – nach erster Durchsicht idente – am Montagabend veröffentlichte Anweisung finden Sie links zum Download.

ORF 1 österreichischer

In der neuen Struktur soll vor allem ORF 1 eine neue, österreichischere Programmindentität über Kauffilm und -serie sowie Premiumsport hinaus bekommen. Das hat eine ORF-interne "Arbeitsgruppe" auch schon 2010 herausgefunden und für Herbst 2010 merkbare Änderungen im Programm angekündigt.

2017 berief ORF-General Alexander Wrabetz die bisher jüngsten Arbeitsgruppen für ORF 1 ein. Nun plant der ORF wie berichtet etwa eine werktägliche rund einstündige Info-Show in ORF 1 für den Sendeplatz kurz nach 21 Uhr. Im Vorabend soll es ein Infotainment-Format geben.

Mindestgehalt 60.294,08 Euro

In der Dienstagausgabe der "Wiener Zeitung" erscheint im Amtsblatt eine lange Liste neuer Schlüsselfunktionen samt Angaben über das Mindestgehalt, "höheres Gehalt abhängig von Erfahrung und Ausbildung". Für die Channel Manager sind zumindest 60.294,08 Euro Bruttojahresgehalt inklusive Sonderzahlungen und Pauschale für unregelmäßige Dienste angegeben, ebensoviel für die Channel-Chefredakteure. Programmleiter für ORF 1 und ORF 2 können mit zumindest 54.553,24 Euro brutto rechnen.

Die Ausschreibung der Channel Manager und anderer ORF-Schlüsselfunktionen am Dienstag in der "Wiener Zeitung".
Foto: Amtsblatt Wiener Zeitung Faksimile

Als Channel Manager für ORF 1 wird seit langem die Infochefin des Senders, Lisa Totzauer, gehandelt, als Chefredakteur Wolfgang Geier aus der "ZiB"-Innenpolitik. Für ORF 2 wurden in den vergangenen Wochen Alexander Hofer ("Seitenblicke", Entwicklung "Guten Morgen Österreich") die besten Chancen eingeräumt, zuletzt wurde aber auch wieder der frühere Favorit Roland Brunhofer ins Spiel gebracht. Als Channel-Chefredadakteur wird Matthias Schrom ("ZiB"-Innenpolitik) am häufigsten genannt.

Stabsstelle für Public Affairs

Ebenfalls am Montagabend hat ORF-General Alexander Wrabetz per Organisationsanweisung eine Stabsstelle für Public Affairs eingerichtet. Eine Funktion, die früher ORF-Generalsekretären oblag, bevor sie der letzte ORF-Generalsekretär Gerhard Weis abschaffte, als er selbst Generalintendant des ORF wurde. Seither bleibt diese Außenminister-Funktion für Lobbying insbesondere in der Politik ganz am ohnehin letztverantwortlichen ORF-General hängen.

Die neue Stabsstelle soll wie berichtet nach STANDARD-Infos Christine Lackner übernehmen. Sie war Bürochefin des bürgerlichen ORF-Finanzdirektors Richard Grasl, der 2016 gegen Alexander Wrabetz um den Job des ORF-Generals antrat und unterlag. Sie blieb im ORF, zunächst der Kommunikation zugeordnet.

Die Aufgabe der Stabsstelle laut Organisationsanweisung: "Die Stabsstelle dient dem strategischen und operativen Management der Außenbeziehungen des ORF zu seinem Umfeld, konkret an den Schnittstellen der Politik sowie sonstigen relevanten Einflussgruppen und Institutionen und der Verbesserung der Beziehungen des Unternehmens gegenüber seinen Stakeholder/innen, um die Unternehmensziele bestmöglich zu unterstützen."

Sie ist etwa zuständig für den "systematischer Aufbau von Kontakten zu den entscheidenden Anspruchsgruppen des Unternehmens, deren Aufrechterhaltung und Vertretung der Interessen des Unternehmens bei diesen Gruppen". Die Stabsstelle ist dem Generaldirektor fachlich und disziplinär unterstellt.

Oberster Personalentwickler

Noch ein neu gestalteter ORF-Führungsjob wird am Dienstag ausgeschrieben: Leiter/Leiterin Human Resources, laut Organisationsanweisung vom Montagabend zuständig insbesondere für Personalentwicklung im ORF. Sie ist offenbar nicht ident mit dem ebenfalls schon eine Weile vakanten ORF-Schlüsseljob des Personalchefs, übernimmt aber wesentliche Aufgaben von ihm.

Die Organisationsanweisung überantwortet dem HR-Leiter etwa "Planung, Ausarbeitung und Umsetzung von Konzepten der Personalentwicklung hinsichtlich des längerfristigen Personalbedarfs inklusive der Nachwuchsplanung sowie des Ressourcenmanagements" zu. Er oder sie bekommt "Richtlinienkompetenz für die Auswahl von Mitarbeitern" und die "Qualitätsbeurteilung". Er oder sie sind zuständig für "Personalsuche und Führen einer zentralen Bewerberevidenz", berät und "unterstützt" Führungskräfte bei Personalsuche, -auswahl und -entwicklung.

Der HR-Leiter koordiniert zudem zentral "sämtlicher Beratungs- und Konsulentenverträge im zugewiesenen Aufgabenbereich" und erarbeitet "Konzepte" zur Unternehmensplanung. (fid, 27.3.2018)