Eigentümer des größten Zeitungskonzerns in Österreich sind "Krone" und "Kurier".

Foto: Krone/Kurier

Wien – Der Zeitungskonzern Mediaprint konnte Umsatz und Ergebnis laut jüngstem beim Firmenbuch vorgelegten Jahresabschluss leicht verbessern. Die Verlagstochter von "Kronen Zeitung" und "Kurier" setzte im Geschäftsjahr 2016/17 rund 428,5 Millionen Euro um, ein Jahr zuvor waren es in langjährigem Abwärtstrend 423 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern setzte seinen Erholungstrend – etwas verlangsamt – fort.

21,5 Millionen Ergebnis vor Steuern schaffte Österreichs größter Verlagskonzern im Geschäftsjahr bis zum 30. Juni 2018. 2015/16 schrieb die Mediaprint 20,87 Millionen Euro.

Als Bilanzgewinn weist der Jahresabschluss 20,74 Millionen Euro aus, im Jahr davor betrug er 18,83 Millionen Euro. Die Gewinne der "Krone"-"Kurier"-Tochter werden nach den Kommanditanteilen an der Mediaprint ausgezahlt: 70 Prozent gehen an die "Krone", 30 Prozent an den "Kurier" – das wären dann rund 14,5 Millionen Euro vom Bilanzgewinn für das Kleinformat und 6,2 Millionen für den "Kurier".

Gewinnverteilung

Die "Krone" gehört zu je 50 Prozent der deutschen Funke-Gruppe und der Gründerfamilie Dichand – im Firmenbuch ist noch immer der 2010 verstorbene Gründer Hans Dichand als Eigentümer eingetragen, die hunderte Millionen Euro schwere Verlassenschaft mit Kunstwerken wie Gustav Klimts "Danae" dürfte noch immer nicht geregelt sein.

Dichands und Funkes streiten seit Jahrzehnten um Gewinngarantien für die Dichands und andere Vorrechte der österreichischen Eigentümer. 2017 wies ein Schweizer Schiedsgericht die Kündigung der Syndikatsverträge zwischen Funkes und Dichands ab – damals als vorzeitig. Seit Jahreswechsel können die Verträge gekündigt werden – auch das würde aber wohl weitere Rechtsstreitigkeiten hervorrufen. Auch über einen Verkauf der Funke-Anteile wird seit Jahren verhandelt, antichambriert und spekuliert – hier etwa über die Fellners, da interessierte sich Sanierer Erhard Grossnigg.

Der "Kurier" gehört zu knapp mehr als 50 Prozent Raiffeisen und zu knapp weniger als 50 Prozent ebenfalls der deutschen Funke-Gruppe.

Das Geschäftsjahr 2016/17 war das letzte mit Gerhard Riedler in der Mediaprint-Geschäftsführung: Der "Krone"-Vertreter dort musste auf Druck der deutschen Mitgesellschafter Mitte 2017 gehen – er heuerte inzwischen als weltweiter Media-Verkaufschef beim Red Bull Media House an. (fid, 5.4.2018)