Teheran – Der Herausgeber der iranischen Zeitung "Shargh", des größten Blatts der Reformbewegung, ist am Samstag verhaftet worden. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur ISNA wurde Mehdi Rahmanian von einem Gericht in Maschhad in Nordosten der Islamischen Republik wegen eines kritischen Artikels verurteilt. Da er die verlangte Kaution nicht bezahlen konnte, musste er ins Gefängnis.

Laut ISNA wusste sein Anwalt zunächst nichts über den Aufenthaltsort Rahmanians. Zunächst blieb auch unklar, welcher Bericht Anlass des Urteils war. "Shargh" (Osten) ist die wichtigste Tageszeitung der Reformbewegung, das Blatt ist auch online und auf den Sozialen Medien sehr aktiv.

Die Pilgerstadt Maschhad, wo sich auch das Mausoleum des achten schiitischen Imams Reza befindet, gilt als eine Hochburg der erzkonservativen Kritiker der Reformer. Die einflussreichen Kleriker der Stadt sind daher auch gegen die gemäßigte Politik von Präsident Hassan Rouhani. (APA, 28.4.2018)