Führerscheinentzug: Tesla-Fahrer schläft neben Autopilot ein

Video zeigt äußerst gefährliches Vertrauen eines britischen Fahrers in das Autopilotensystem des Autos

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Auf dem Beifahrersitz bequem gemacht. (Zur Erinnerung: Bei britischen Autos ist das Lenkrad auf der rechten Seite)

Foto: Stevenage Police

Bei einem sind sich praktisch alle Experten einig: Selbstfahrende Autos stellen die Zukunft dar. Weite Strecken einfach dem Computer überlassen, und dabei stattdessen ein Nickerchen zu nehmen, bildet gerade für Vielfahrer ein äußerst verlockendes Versprechen. Und das führt dazu, dass offenbar so mancher der Zeit ein bisschen vorgreifen will – und dabei nicht nur sein eigenes Leben sondern auch das anderer riskiert.

Schlafwagen

Die britische Polizei hat nun einen Tesla-Fahrer dabei erwischt, wie er es sich auf der Autobahn M1 schlafend auf dem Beifahrersitz bequem gemacht hat, und einfach dem Autopiloten komplett die Kontrolle überlassen hat. Ein von einem anderen Verkehrsteilnehmer gefilmtes Video dokumentiert dabei den Vorfall, der nachhaltige Konsequenzen für den leichtsinnigen Fahrer hat: 18 Monate Führerscheinentzug sowie eine Geldstrafe und soziale Aufgaben warten auf den Verkehrssündern, berichtet die BBC.

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KEIN selbstfahrendes Auto

Gerade das Autopilotensystem von Tesla hat seit seiner Einführung für einige Kontroversen gesorgt. Da es gerade auf Autobahnen weite Strecken ohne Interaktion des Fahrers zurücklegen kann, verlassen sich viele allzu sehr auf die Fähigkeiten des Computers. Dies allerdings zu Unrecht: Der Autopilot von Tesla ist von einem komplett autonom fahrenden System weit entfernt, er ist lediglich ein Assistenzsystem, bei dem die Fahrer immer bereit sein sollten wieder die Kontrolle zu übernehmen. Auf diesen Umstand weist auch der Hersteller hin, wie die Realität zeigt allerdings mit begrenztem Erfolg: Mittlerweile ist es bereits zu mehreren tödlichen Unfällen gekommen, bei denen Teslas Autopilot aktiviert war.

Kritik

Experten üben in diesem Zusammenhang aber immer wieder auch Kritik an den Herstellern. Das Problem, dass sich Menschen zu schnell auf solche Systeme verlassen, sei bekannt. Insofern sei es leichtsinnig entsprechende Systeme in diesem Zustand anzubieten. So war etwa die Google-Schwester Waymo schon vor einigen Jahren in der technischen Entwicklung an jenem Punkt angekommen, an dem Tesla jetzt mit seinem Autopiloten ist. Nachdem man aber bei Testfahrten bemerkt hat, dass die Nutzer all die Warnungen ignorierten, und nicht mehr auf den Straßenverkehr achteten, hat man diesen Autopiloten-Ansatz aus Sicherheitsgründen wieder verworfen. Stattdessen konzentriert man sich jetzt auf vollständig selbstfahrende Autos – also Systeme, die tatsächlich komplett ohne menschliche Interaktion auskommen. Dazu verwendet man unter anderem auch eine Fülle von Sensoren, die bei Tesla und Co. fehlen. (red, 30.4.2018)

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