Los Angeles – Lantern Capital hat die insolvente Produktionsfirma von Harvey Weinstein für 310 Millionen US-Dollar übernommen. Das berichtete die New York Times. The Weinstein Company hatte im März Insolvenz angemeldet, nachdem sie monatelang nach einem Käufer gesucht hatte.

Die Produktionsfirma, die unter anderem für die oscarprämierten Filme "The King's Speech" oder "The Artist" verantwortlich war, soll zuletzt nur mehr Bargeldreserven in Höhe von 500.000 US-Dollar gehabt haben. Lantern will nach eigenen Angaben auch Schulden des akquirierten Unternehmens in Höhe von ca. 115 Millionen Dollar übernehmen.

Unterlegender Bieter bot Entschädigung für Weinstein-Opfer

Inclusion Media soll 315 Millionen Dollar und zusätzliche 30 Millionen Dollar für die mutmaßlichen Opfer der sexuellen Übergriffe Weinsteins geboten haben. Fünf Weinstein-Kläger hatten sich am Dienstag für das Angebot von Inclusion und explizit gegen eine Übernahme durch Lantern ausgesprochen. Inclusions Gebot sei aber nach der offiziellen Frist eingetroffen und konnte nicht mehr berücksichtigt werden.

Hintergrund für die Probleme der Filmproduktionsfirma sind die Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer und früheren Verwaltungsratsvorsitzenden Weinstein. Er wird von Dutzenden Frauen beschuldigt, sie sexuell bedrängt oder sogar vergewaltigt zu haben. Weinstein weist die Anschuldigungen zurück, die sexuellen Kontakte sollen ausschließlich freiwillig passiert sein. Die Vorfälle haben weltweit eine Debatte über Missbrauch im Showgeschäft und anderen Branchen ausgelöst. (red, 2.5.2018)