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Heimat eines großen Sohns: Der Wissenschafter Abdus Salam aus Pakistan erhielt 1979 den Physiknobelpreis.
Foto: AP/dapd

Islamabad – Viele Nobelpreisträger kann Pakistan nicht für sich verbuchen: 2014 hat Malala Yousafzai den Friedensnobelpreis erhalten, und in den Wissenschaftskategorien gibt es bloß einen einzigen Laureaten. Der Teilchenphysiker Abdus Salam war 1979 zusammen mit den US-Amerikanern Sheldon Lee Glashow und Steven Weinberg für Forschungen zur vereinigten schwachen und elektromagnetischen Wechselwirkung mit dem Physiknobelpreis ausgezeichnet worden.

Man sollte meinen, es gäbe keinen würdigeren Kandidaten, um ein Physik-Institut im Land nach ihm zu benennen. Doch der 1996 verstorbene Wissenschafter hatte anscheinend den falschen Glauben: Erst 2016 war das Physik-Institut der Quaid-i-Azam-Universität nach ihm benannt worden. Das soll nun wieder rückgängig gemacht werden – offenbar, weil Salam der Ahmadiyya-Gemeinde angehörte, einer muslimischen Reformgemeinschaft, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden war.

Zunehmende Verfolgung

Die Vertretung der fast einer halben Million Ahmadiyya-Anhänger in Pakistan beklagt eine verstärkte Verfolgung durch die Regierung und Oppositionsgruppen. Die Ahmadiyya-Mitglieder wurden 1974 durch die pakistanische Verfassung zu Nicht-Muslimen erklärt. Salam wurde im selben Jahr als Regierungsberater abgesetzt.

Das pakistanische Parlament verabschiedete am Freitag einstimmig einen Antrag, der die vor zwei Jahren erfolgte Ehrung Salams rückgängig machen soll. Das Institut soll demnach künftig den Namen von Al-Khazini tragen, einer Persönlichkeit aus dem Mittelalter, die im Antrag als "muslimischer Wissenschafter" bezeichnet wird. (APA, red, 5. 5. 2018)