Schnappschüsse, Foto-Notizen oder Dokumentenfotos leistet das Huawei MediaPad M5 einwandfrei.

Foto: Rene Hufnagel

Die mittlere Qualität der Kamera ist für Rene nur eine theoretische Schwäche – für ihn sind Tablets nie die erste Wahl für Fotos und Videos.

Foto: Rene Hufnagel

Ich habe das Huawei MediaPad M5 einige Tage testen und meinen täglichen Anforderungen aussetzen dürfen. Dabei ist anzumerken, dass hier ausschließlich die Alltagstauglichkeit auf dem Prüfstand steht. Es gab weder die Möglichkeit, noch den Fokus für laborähnliche Tests.

Flüchtige Blicke und erstes Anfassen

Das Huawei MediaPad M5 ist schön, das steht fest. Der Metallbody liegt gut in der Hand und die Ecken und Kanten haben angenehme Radien. Die Verarbeitung wirkt sehr wertig und auch beim Verwinden und Biegen gibt es kein Knarzen. Bis auf die Lautstärkewippe und den Power-Knopf gibt es keine Tasten. Sie teilen sich die Kante mit dem Einschub für die SIM-Karte und USB-C Anschluss. Die restlichen drei Kanten sind leer und diese Ordnung gefällt mir gut. Ein Anschluss für den Kopfhörer ist nicht vorhanden (USB-C-Adapter liegt bei). Der Home-Knopf ist nur noch eine Taste und beherbergt gerätetypisch den schnellen und zuverlässigen Fingerabdrucksensor. An der Rückseite liegen die überraschend großen Lautsprecher, die Kamera und Kontakte für eine Dockingstation.

Bild und Ton

Der Bildschirm hat eine Diagonale von etwa 27 cm und kann auch bei starkem Sonnenlicht noch gut abgelesen werden. Eine Serie in Bus, Bahn oder auf der Terrasse ist auch an sehr sonnigen Tagen keine Herausforderung für das MediaPad. Der Ton überrascht und überzeugt gleichermaßen. Auch bei hoher Lautstärke bleibt das Geräuschbild klar und meiner Ansicht nach überdurchschnittlich gut. Aktuelle Blockbuster und eine sehr diverse Songliste haben dem M5 alles abverlangt, aber die Lautsprecher nie ins Wanken gebracht.

Foto und Video

Die Kamera tut, was Tabletkameras üblicherweise tun. Sie machen Fotos und Videos von mittlerer Qualität und schwächeln oft schon bei den einfacheren Herausforderungen. Ein LED-Blitz fehlt. Für mich ist ein Tablet nie, weder dieses noch ein anderes, die erste Wahl für Fotos oder Videos. Schnappschüsse, Foto-Notizen oder Dokumentenfotos leistet das M5 einwandfrei und es hat für mich damit eher nur eine theoretische Schwäche. Sehr positiv hervorzuheben ist der Kamerabuckel. Der ist zwar vorhanden, aber das Tablet bleibt auf geraden Oberflächen immer wackelfrei.

Dauerläufer

Der Akku ist eines meiner persönlichen Highlights des MediaPad M5. Die 7500 mAh werden hervorragend genutzt und halten gefühlt deutlich länger als erwartet. Hier einige Beispiele aus meinem Alltagstest:

Je eine Stunde:

  • HD-Film, gestreamt, WLAN, mittlere Helligkeit, Kopfhörer: ca 7 %
  • Musik, lokaler Speicher, hohe Lautstärke, Display aus: ca. 3 %
  • Spielen, Mindustry, hohe Helligkeit, kein Ton: ca. 14 %
  • Surfen im Internet, WLAN, mittlere Helligkeit, ca. 5 %

Es handelt sich hier natürlich um Richtwerte. Leicht veränderte Rahmenbedingungen können die Werte deutlich abweichen lassen.

Ich bin sehr positiv überrascht und im Vergleich zu meinem deutlich teureren Pixel C geht das M5 hier eindeutig in Führung. Mittels Schnellladefunktion kann man unterwegs einfach einige Prozente nachtanken. Eine volle Ladung wird sich, bedingt durch die Akkugröße, nur zu Hause ausgehen.

Das Betriebssystem

Das M5 läuft mit Googles Android 8.0 und hat von Huawei einige herstellerübliche Anpassungen erfahren. Wer Huaweis EMUI-Software kennt oder generell ein Androidnutzer ist, wird sich schnell zurechtfinden. Optisch erinnert die Oberfläche an Samsung und Apple und ist damit freundlich und farbkräftig. Der größte Unterschied zu vielen anderen Herstellern ist das fehlende Appmenü bzw. die Appliste. Alle Apps müssen am Homescreen mittels Ordnern organisiert werden. Die Nähe zum iPhone ist hier klar erkennbar. Hier geht es stark um Gewohnheit. Was für mich unordentlich und gewöhnungsbedürftig wirkt, ist für meine Frau (iPhone-Userin) die sprichwörtliche Westentasche.

Kleiner aber ausreichender Speicher

Der freie Speicher für den Nutzer beträgt ca. 52 GB. Viele lokal gespeicherte Filme, Fotos, Apps oder Musik können das M5 schnell befüllen. Etwas mehr Platz wäre da von Vorteil. Wer eher streamt als speichert, hat hier natürlich kein Problem.

Fazit und Zielgruppe

Huaweis MediaPad M5 hat mich überzeugt. Ich hatte es zu Hause, in der Arbeit, in den Öffis und bei einem Ausflug dabei. Es liegt gut in der Hand und wird auch nach einer Stunde nicht allzu schwer. Die Hände verdecken die Lautsprecher nicht und trotz Sonne gibt es kaum Einschränkungen. Reflexionen und Fingerabdrücke sind obligatorisch. Die Größe ist Fluch und Segen. Ich bin es gewöhnt, einen Laptop oder ein großes Tablet immer dabei zu haben. Den großen Bildschirm habe ich liebgewonnen, in ein Handtäschchen wird er allerdings nur schwer passen.

Die Software reagiert schnell, der Akku hält wirklich lange. Mit einem Standfuss oder einer Dockingstation (nicht enthalten) bietet das M5 eine hervorragende Alternative, wenn der Fernseher belegt ist oder man unterwegs seinen Serien frönen will. Wer das ungestört tun will, sollte auf den Kopfhöreradapter nicht vergessen oder auf Bluetooth ausweichen. Das M5 wird dem klassischen Nutzer Freude bereiten und keine Wünsche offen lassen. Als Familientablet kann man eine klare Kaufempfehlung abgeben. (Rene Hufnagel, 30.5.2018)