Kräfte der Feuerwehr im Einsatz im Bereich Deutschlandsberg nachdem lokale Gewitter- und Starkregenereignisse am Abend des Dienstag, 29. Mai 2018, zu Überflutungen geführt hatten.

Foto: Feuerwehren Deutschlandsberg
Foto: APA/Feuerwehren Deutschlandsberg

Pinkafeld/Deutschlandsberg – Heftige Unwetter haben in der Steiermark und dem Burgenland teils schwere Schäden verursacht. Im Bezirk Oberwart im Burgenland waren am Dienstagabend Keller und Straßen überflutet. In Grafenschachen, Pinkafeld, Schreibersdorf und Wiesfleck waren insgesamt acht Feuerwehren im Einsatz, teilte die Landessicherheitszentrale Burgenland am Mittwoch mit. Allein in Pinkafeld mussten laut der Stadtfeuerwehr 96 Einsätze abgearbeitet werden.

Die ersten Alarmierungen seien gegen 18.00 Uhr eingegangen, berichtete der Pinkafelder Feuerwehrkommandant Kurt Tripamer. Die Einsatzkräfte hatten neben zahlreichen unter Wasser stehenden Kellern auch mit umgestürzten Bäumen und leichtem Hagel zu kämpfen. In manchen Straßen sei das Wasser rund 40 Zentimeter hoch gestanden, was zu mehreren liegen gebliebenen Autos geführt habe.

Aufgrund der angespannten Lage mussten Feuerwehren aus den Nachbarortschaften nachalarmiert werden. Insgesamt standen 88 Feuerwehrmitglieder mit 14 Fahrzeugen in Pinkafeld im Einsatz. Die letzten Kräfte konnten erst kurz vor Mitternacht wieder einrücken. Auch am Mittwochvormittag seien noch weitere fünf Keller ausgepumpt worden, sagte Tripamer.

Mehrere Brände in Steiermark gelöscht

Der Landesfeuerwehrverband Steiermark meldete über 250 Einsätze. Besonders betroffen von Überschwemmungen waren die Bezirke Deutschlandsberg und Voitsberg. Ein Wohnhaus und ein Wirtschaftsgebäude wurden durch Blitze in Brand gesetzt. Am Mittwoch waren die Wehren mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

In Groß Sankt Florian (Bezirk Deutschlandsberg) hatte am Nachmittag ein Blitz in den Dachstuhl eines Wochenendhauses eingeschlagen. Ein Nachbar verständigte die Einsatzkräfte. Die Wehren Unterbergla/Michlgleinz und Groß St. Florian konnten den Brand in kurzer Zeit löschen. In Leibnitz verursachte ein Blitz ein Feuer im Dachstuhl eines Wirtschaftsgebäudes. Es entstand ein Sachschaden in vorerst unbekannter Höhe. Personen oder Tiere kamen nicht zu Schaden. Der Brand wurde von den Einsatzkräften aus Leibnitz, Kaindorf an der Sulm und Obergralla mit 62 Mann unter schwerem Atemschutz gelöscht. Sie konnten ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude verhindern.

In Deutschlandsberg waren Boote im Einsatz

Durch den Starkregen mussten die Wehren im weststeirischen Bezirk Deutschlandsberg binnen Minuten mit über 220 Mann zu Dutzenden Einsätzen ausrücken. Zahlreiche Keller wurden überflutet und mussten ausgepumpt werden. Straßen wurden gesperrt, um die von Äckern auf die Fahrbahn gespülten Schlammmassen zu entfernen. Häuser und Objekte mussten mit Sandsacksperren vor dem Wasser geschützt werden.

Unwettereinsätze wurden vom Landesfeuerwehrverband in den Bezirken Deutschlandsberg – in der Stadt selbst, in Frauenthal, Freidorf, Bad Gams, St. Martin und Pölfing-Brunn sowie im obersteirischen Bezirk Murau (Neumarkt, Perchau) – verzeichnet. Im südsteirischen Bezirk Leibnitz waren Gleinstätten und Prarath betroffen. Im oststeirischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld war es Lafnitz, im Bezirk Weiz die Stadt Gleisdorf. Die GKB-Zugstrecke bei Groß St. Florian wurde sicherheitshalber kurz gesperrt. Weil Häuser von Wassermassen umschlossen waren, mussten im Bezirk Deutschlandsberg Boote zu einzelnen Einsätzen herangeholt werden. (APA, 30.5.2018)