Maria Stern soll Parteichefin werden.

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"Keine Sekunde" habe sie gezögert, um auf ihr Mandat zugunsten Peter Pilz zu verzichten, versicherte Maria Stern am Donnerstag. Dafür soll die bisherige Frauensprecherin ab August als Parteichefin der Liste Pilz fungieren. Einer Partei, die Bewegung sein wollte – und deren Mitgliederzahl äußerst überschaubar ist. Stand derzeit gibt es gerade einmal sieben Parteimitglieder.

Stern rückt also nicht nach. Ein direktes Mandat war ihr bei der vergangenen Nationalratswahl verwehrt geblieben. Damals hatte sie es über die niederösterreichische Landesliste versucht. Der Plan scheiterte – und hat in der Folge für viel Unmut bei ihren Fans gesorgt.

Politisch engagiert hat sich die 1972 in Berlin geborene Lehrerin, Singer-Songwriterin und Krimiautorin schon lange: auch bei den Grünen. Sie war Sprecherin des Frauenvolksbegehrens, hat den Verein Forum Kindesunterhalt gegründet: "Ich bin dreifache, berufstätige Mutter und lebte sieben Jahre lang als Alleinerzieherin – auch in Armut. Diese Erfahrung machte mich zur politischen Aktivistin", schreibt sie auf ihrer Homepage.

Seit langem kämpft Stern für die Modernisierung des Unterhaltsgesetzes. Mit dem Eintritt in die Politik verschaffte sie sich mehr Gehör. Im Wahlkampf wäre ihr damit beinahe ein Coup gelungen. Die Forderung nach einer Unterhaltsgarantie für alleinerziehende Frauen wurde nämlich von den anderen Parteien aufgegriffen. Kurz schien eine Einigung greifbar. Letztlich kam es aber dann doch zu keinem Parlamentsbeschluss.

Und jetzt macht eine Frauensprecherin einem Mann Platz, der wegen sexueller Übergriffe zurückgetreten war? Stern sieht dies anders: "Pilz hat sich seiner Verantwortung gestellt, in aller Öffentlichkeit." (pm, 7.6.2018)