Die Bank für Gemeinwohl kommt nicht.

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Wien – Die Genossenschaft für Gemeinwohl macht weiter Finanzgeschäfte, auch wenn sie, wie DER STANDARD berichtet hat, von der Finanzmarktaufsicht (FMA) keine Konzession als Bank erhalten hat. Genossenschaftsvorstand Fritz Fessler kündigte am Mittwoch an, man werde Crowdfunding für Gemeinwohl und die Akademie für Gemeinwohl ausbauen und "weitere konzessionsfreie Innovationen auf den Markt bringen".

Die Gemeinwohlgenossenschaft kritisiert, dass die FMA "ein risikoloses Geschäft wie das eines Zahlungsinstitutes nicht zulässt" und verweist auf einen 500 Seiten starken Antrag, den sie eingereicht habe und der abgelehnt worden sei.

FMA-Sprecher Klaus Grubelnik hält dem im Gespräch mit der APA entgegen, dass die Genossenschaft für Gemeinwohl zunächst nicht das Kapital für die Gründung einer Bank aufbringen habe können. Dafür seien fünf Mio. Euro als unverrückbare Basis plus noch weitere Sicherheiten, in Summe wohl sechs bis zehn Mio. Euro, nötig.

Für eine Konzession nach dem Zahlungsdienstegesetz wiederum habe es die Genossenschaft im Zuge des Verfahrens nicht geschafft, alle erforderlichen Unterlagen einzubringen. "Es geht nicht um Quantität, sondern um Qualität", so Grubelnik zum Vorwurf, es hätten der FMA auch 500 Seiten nicht gereicht. Außerdem wäre eine Konzession nach dem Zahlungsdienstegesetz auch keine kleine Bankkonzession gewesen, sondern hätte nur Geldtransfers ermöglicht: "Das ist ein Missverständnis. Damit kann man keine Bankdienstleistungen anbieten".

Auch der Bankenverband will nichts mit der Ablehnung der Bankkonzession für die Genossenschaft für Gemeinwohl zu tun haben. "Jeder Player, der die Regeln einhält, ist willkommen", sagte Gerald Resch, Generalsekretär des Bankenverbandes, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Der Verband stehe neue Projekten (der Bank für Gemeinwohl) neutral gegenüber. (APA, 20.6.2018)