"Bezahlte Fremdbeilage" der Wiener "Bezirkszeitung": Juni-Ausgabe von "Alles Roger".

Foto: Alles Roger / Screenshot

Wien – Das Magazin "Alles Roger" als Beilage der kostenlosen "Wiener Bezirkszeitung" vorzufinden, irritierte den einen oder anderen Leser – auf Twitter dokumentiert wurde gar eine "Kooperation" vermutet. Regionalmedien Austria (RMA), Verlag von "bz" und "Bezirksblättern" in anderen Bundesländern, erklärt dazu auf STANDARD-Anfrage, es handle sich um eine bezahlte Fremdbeilage. Chef vom Dienst Andreas Edler erklärte nach einem Protestaufruf der Initiative "Stoppt die Rechten", das sei die "letzte Verteilung gewesen".

"Alles Roger?" stuft sich selbst als "mitte-rechts" ein, das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands bezeichnet das Magazin als "tendenziell antisemitisch". Die Grünen stellten Anfragen zu Regierungsinseraten dort und kündigten eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien an. Sie verwiesen auf Artikel über George Soros in der Mai-Ausgabe, Überlegungen zu Rassenunterschieden und Aussagen über "Grippewelle durch Chemtrails". Die aktuelle Ausgabe widmet sich "Justizopfern" wie Ex-FPÖ- und -BZÖ-Politiker Peter Westenthaler, der für das Magazin schreibt, der "Islamisierung in Wien". Für das Heft schreiben neben Westenthaler auch Stratosphärenspringer Felix Baumgartner und Ex-EU-Bauer Manfred Tisal.

"Restmenge" "Alles Roger"

"'Alles Roger' ist eine bezahlte Fremd-Beilage, dabei wurden in vereinzelten Bezirken Restmengen des Magazins beigelegt. Da es sich um Restexemplare handelt, erfolgte die Buchung sehr kurzfristig und es liegen keine weiteren Buchungen vor", erklärt eine RMA-Sprecherin auf STANDARD-Anfrage. Das Heft lag nicht zum ersten Mal bei: "Es gab bereits das eine oder andere Mal eine kurzfristig gebuchte Beilage von Restauflagen."

Die Sprecherin grundsätzlich zu aktuellen Leser-Reaktionen dazu: "Wir bekommen von unseren Leserinnen und Lesern regelmäßig Feedback zu unseren Inhalten und Produkten, mitunter auch zu Inseraten und Werbebeilagen unserer Kunden. Unabhängig davon, ob es sich dabei um positives oder kritisches Feedback handelt, schätzen wir die Anmerkungen unserer Leser und User und nehmen diese ernst, denn sie sind wichtige Rückmeldung für uns als Medium."

Andreas Edler, Chef vom Dienst bei der RMA, geht weiter. Er erklärte der Initiative "Stoppt die Rechten" nach einem Protestaufruf gegen die "Bezirkszeitung" in einer Nachricht via Facebook: "Das war die letzte Verteilung von diesem "Magazin" – wir werden in Zukunft Abstand halten!" (red, 22.6.2018)