Zur Unfallursache laufen nach wie vor die Erhebungen.

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Der Zug war aber laut einem ersten Gutachten mit 55 statt mit 35 km/h unterwegs.

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Die beschädigten Waggons der Mariazellerbahn wurden abtransportiert.

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Gerersdorf – Nach der Zugentgleisung auf der Mariazellerbahn am Dienstag nahe St. Pölten mit 34 Verletzten ist die Unfallstelle geräumt worden. Die Arbeiten haben bis in die frühen Morgenstunden gedauert, hieß es von der Növog am Mittwoch. Nun werden Reparaturarbeiten in Angriff genommen. Der Schaden dürfte einen zweistelligen Millionenbetrag ausmachen, sagte Növog-Geschäftsführer Gerhard Stindl dem ORF Niederösterreich.

Zu schnell unterwegs

Zur Unfallursache laufen nach wie vor die Erhebungen. Der Zug war laut einem ersten Gutachten mit 55 statt der erlaubten 35 km/h unterwegs, bestätigten Polizei und Növog Berichte von "Kurier" und "Österreich". Ob die in dieser Kurve zulässige Höchstgeschwindigkeit durch technisches oder menschliches Versagen überschritten wurde, werde noch geprüft. Diese Untersuchungen können einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte die Növog mit. Der Lokführer war nicht alkoholisiert, wurde festgehalten. Er erlitt einen Schock und befindet sich im Krankenhaus. "Er kann sich in seinem Schockzustand nicht erinnern", sagte Stindl dem ORF.

Die Unfalluntersuchungskommission des Verkehrsministeriums war weiterhin mit Erhebungen beschäftigt. Außerdem laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft St. Pölten. Ein Sachverständiger werde bestellt, teilte Sprecher Leopold Bien am Mittwoch mit.

Waggons abtransportiert

Die Waggons wurden abtransportiert, nach einer Schadensbegutachtung durch einen Sachverständigen sollen sie in der Schweiz repariert werden. Der Abschnitt der Mariazellerbahn zwischen St. Pölten und Hofstetten-Grünau bleibt bis auf weiteres gesperrt. Instand gesetzt werden muss an der Strecke auch die Oberleitung, die bei dem Unfall am Dienstag gegen 7.15 Uhr bei Völlerndorf in der Gemeinde Gerersdorf heruntergerissen wurde. Die vordere "Himmelstreppe"-Garnitur entgleiste, die hintere fuhr auf. Von den rund 80 Passagieren wurden drei schwer und 31 leicht verletzt. (APA, 27.6.2018)