Nicaraguanische Flüchtlinge im La-Merced-Park in San José.

Foto: REUTERS/Juan Carlos Ulate

Managua – Die eskalierende Gewalt in Nicaragua treibt tausende Menschen in die Flucht. Im südlichen Nachbarland Costa Rica stellen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) jeden Tag mehr als 200 Nicaraguaner Asylanträge, wie ein Sprecher am Dienstag in Genf berichtete. Seit Mitte April hätten dort 8.000 Menschen um Asyl gebeten, weitere 15.000 hätten erst Termine für Anträge bekommen, weil die Behörden völlig überlastet seien.

Weitere tausende Nicaraguaner werden im Land vermutet, die sich bisher nicht gemeldet hätten. Viele würden von dort seit langem lebenden Verwandten unterstützt. Wie viele Menschen insgesamt aus Nicaragua geflohen sind, konnte das UNHCR nicht beziffern.

Seit Mitte April eskalieren in dem zentralamerikanischen Land die Proteste gegen den autokratisch regierenden Präsidenten Daniel Ortega. Nach Regierungsangaben kamen dabei 145 Menschen um. Hilfsorganisationen schätzen die Opferzahl mehr als dreimal so hoch.

Das UNHCR rief andere Länder zur Unterstützung Costa Ricas auf. Auch in Panama, Mexiko, den USA sowie Honduras, El Salvador und Guatemala seien Menschen aus Nicaragua auf der Flucht oder suchten Zuflucht. (APA, dpa, 31.7.2018)