Wien – Austria Wien hat in der zweiten Bundesliga-Runde am Sonntag mit einem 0:1 die übliche Niederlage beim WAC hinnehmen müssten. Trainer Thomas Letsch wollte darin aber keinen Rückfall in die Unleistungen der vergangenen Saison erkannt haben. "Das ist überhaupt nicht mit unserem letzten Auftritt hier zu vergleichen", sagte der 49-Jährige in Anspielung auf sein letztes Gastspiel in Wolfsberg nach der Partie im ORF-Interview.

Dort wähnte man sich in einer "Täglich grüßt das Murmeltier"-Situation. Wie im vergangenen Mai stand die Begegnung nämlich aufgrund eines heftigen Unwetters vor der Absage. In der 34. Runde der Vorsaison hatte das Spiel zur Pause bei einer 2:0-Führung für den WAC abgebrochen werden müssen. Diesmal konnte, wenn auch mit Verspätung, gespielt werden, und der WAC ging – ebenso wie im damaligen Wiederholungsspiel – als Sieger vom Platz.

Ein Inferno war es nicht, gewaschelt hat es in Wolfsberg aber schon ordentlich.
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Chancenplus

Ein Umstand, der Letsch sauer aufstieß. "Wir dürfen das Spiel nicht verlieren, wir dürfen auch nicht nur einen Punkt mitnehmen. Wir müssen das Spiel klar gewinnen" befand der Coach der Wiener, der vor allem in der ersten Hälfte ein Chancenplus für sein Team sah. Spezieller Grund zum Ärger: die erneut zu konstatierenden defensiven Blackouts. "Die einzigen Chancen, die der Gegner hatte, waren nach Eigenfehlern von uns."

Eine andere Wahrheit ist aber auch, dass sich der WAC nach schwacher erster Halbzeit deutlich steigerte und der Erfolg der Kärntner daher als durchaus verdient kategorisiert werden darf. "In der Pause haben wir die Mannschaft aufgerüttelt. Die Leistung in der zweiten Hälfte hat mich richtig zuversichtlich gestimmt", resümierte Trainer Christian Ilzer. Sein Regisseur Michael Liendl zog den folgenden Schluss: "Wir dürfen uns keinen Meter schenken, dann können wir mit jedem Gegner mithalten. Auf der anderen Seite wird es gegen jeden schwer, wenn wir uns ein, zwei Schritte sparen."

Admira-Sieg "für die Seele"

Über einen Befreiungsschlag jubelte die Admira. Nach zuletzt saisonübergreifend sechs Niederlagen in Folge siegten die Südstädter in Hartberg 1:0. Trainer Ernst Baumeister freute sich über einen "Sieg für die Seele" des Europacupstarters. "Ich muss meinen Spielern ein Kompliment machen, sie haben 'drübergekämpft'", sagte Baumeister. "Es ist jeder über die Schmerzgrenze gegangen, ich kann heute allen nur gratulieren", sagte Matchwinner Stephan Zwierschitz, der einen Freistoß sehenswert im Kreuzeck unterbrachte.

Der noch punktlose Aufsteiger aus Hartberg verpatzte hingegen seine Heimpremiere. "Nach einem nervösen Beginn hatten wir das Spiel eigentlich im Griff", fand Siegfried Rasswalder. Der Kapitän hatte mit einem Stangentreffer Pech, wenige Minuten später traf Zwierschitz – mit etwas Glück, sein Schuss ging von der Unterkante der Latte ins Goal. "Leider hat der Freistoß genau gepasst, so stehen wir eben wieder ohne Punkte da." Hartberg-Coach Markus Schopp will die Niederlage rasch abhaken. "Wir werden hart daran arbeiten, dass es schon bald mit dem ersten Sieg klappt", sagte er.

Endlich Grund zur Freude für Ernst Baumeister.
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SKN baut Serie weiter aus

Auf den ersten Saisonerfolg wartet weiterhin auch der LASK, der sich im Heimspiel gegen den SKN St. Pölten mit einem 0:0 begnügen musste. Trainer Oliver Glasner wirkte danach aber nicht unzufrieden. "Ich kann mit dem Punkt leben, weil wir gut gespielt haben." Lediglich die Chancenauswertung gab Anlass zur Klage – die Oberösterreicher ließen durch Maximilian Ullmann sogar einen Elfmeter ungenützt. Dennoch blickt Glasner der anstehenden schweren Auswärtspartie in der Europa-League-Qualifikation gegen Besiktas Istanbul mit Vorfreude entgegen.

Während der LASK saisonübergreifend seit sechs Meisterschaftsspielen einem Sieg nachläuft, sind die St. Pöltner inklusive Relegation schon sieben Bundesliga-Matches ungeschlagen. Die Fortsetzung dieser Serie gelang nicht nur dadurch, dass gegen den SKN der vierte Strafstoß in Folge verschossen wurde. Auch die Umstellung auf drei Innenverteidiger im Defensivverbund machte sich bezahlt. "Mit einer Viererkette hätten wir nicht so zustellen können", meinte Coach Dietmar Kühbauer. (APA, red – 6.8. 2018)