Werbeeffekt für die Steiermark garantiert: Alphajet von Red Bull und Eurofighter Typhoon des Bundesheers vor einem steirischen Heißluftballon bei der Airpower-Show.

Foto: APA/ERWIN SCHERIAU

Graz – Alle drei Jahre lockt die Flugshow Airpower hunderttausende Besucher ins steirische Zeltweg – das Land Steiermark und das Bundesheer, das dort sein Fluggerät im Vergleich zu anderen Militär- und Showflugzeugen vorführt, sehen einen enormen Werbeeffekt. Und sie unterstützen daher die Großveranstaltung. Dies aber auf wackeliger Rechtsgrundlage, wie der Rechnungshof und nun auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) kritisieren.

Es geht um die Airpower-Veranstaltung 2013 und um eine Landesförderung in der Höhe von 800.000 Euro, die am 4. Oktober 2012 beschlossen wurde. Der Bundesrechnungshof hatte 2016 kritisiert, dass diese ohne Rechtsgrundlage erfolgt sei. Nun wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet.

Ermittlungen gegen den Landeshauptmann

Konrad Kmetic von der WKStA bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Kleinen Zeitung". Demnach dürften nicht nur die einstigen Mitglieder der Landesregierung, der frühere Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) sowie sein Nachfolger und heutiger Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), sondern auch Landesbeamte unter Verdacht stehen. Kmetic zufolge sind elf Personen im Fokus.

Der Rechnungshof hatte kritisiert, dass es weder eine Ausschreibung, noch eine Kosten-Nutzen-Analyse gegeben habe. Außerdem soll gegen das Veranstaltungsgesetz verstoßen und der Kostenrahmen gesprengt worden sein.

Gutes Geschäft für das Land

Das Land dagegen sieht die Airpower als gutes Geschäft, das Steuereinnahmen und Imagewerbung bringe.

Allein die Flugshow von 2016 habe Steuereinnahmen von 2,7 Millionen Euro gebracht.

Kommunistische Proteste

Der steirische KPÖ-Abgeordnete Werner Murgg forderte die "Aufklärung der Vorgänge rund um das fragwürdige Spektakel": "Bei der Airpower werden Steuergelder ohne Plan und Ziel verschleudert. Die Veranstaltung ist auch aus friedenspolitischen Gründen abzulehnen: Kampfbomber, die in Syrien, Libyen und Afghanistan im Kampf eingesetzt werden, bei der Airpower zur Belustigung der Menschen vorzuführen ist moralisch und politisch verwerflich." Es handle sich um eine "mit Steuergeld in Millionenhöhe subventionierte Werbeshow für Rüstungsindustrie und Red Bull".

2019 soll wieder eine Airpower am Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg stattfinden. (red, APA, 24.8.2018)