Googles Docs kann als Transkriptionstool genutzt werden.

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Für Journalisten und Studenten ist es eine ewige Qual: Interviewgespräche, die man geführt hat, zu transkribieren. Oft vergehen für weitaus kürzere Aufnahmen Stunden, damit sie auch schriftlich zur Verfügung stehen. Doch wer kein Geld für ein professionelles Tool oder eine menschliche Aushilfe ausgeben möchte, kann zu Google Docs greifen.

Vorweg sei angemerkt, dass es sich hier um keine ideale Lösung handelt, vor allem, da das Tool eigentlich nicht darauf ausgelegt ist, bestehende Aufnahmen umzuwandeln. Ist der Ton bei den Aufnahmen aber gut und sprechen die zu Wort kommenden Personen halbwegs klares Hochdeutsch, so stehen die Chancen gut, dass man um einiges schneller ist, als wenn man das Gespräch händisch abtippt.

Spracheingabe nutzen

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Google Docs erlaubt eine Spracheingabe. Die Option befindet sich bei dem Reiter "Tools" und nutzt zur Aufnahme jenes Gerät, welches als Standard eingestellt ist. Um also eine bereits existierende Aufnahme zu transkribieren, ist es notwendig, das Systemaudio als Standardgerät zu wählen.

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Das ist bei Windows 7 einem Rechtsklick auf das Lautsprechersymbol und einen Klick auf "Aufnahmegeräte" möglich, bei Windows 10 ist ein Klick auf Sounds und daraufhin in dem Menü auf den Reiter "Aufnahme" notwendig. Dort rechtsklicken Sie "Stereomix" und klicken auf "Als Standardgerät auswählen".

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Im nächsten Schritt starten Sie die jeweilige Audioaufnahme im Player. Gehen Sie zurück zu Google-Docs und klicken Sie auf das erscheinende Mikrofon-Symbol. Die Transkription sollte starten.

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Die Methode hat jedoch im Vergleich zu kostenpflichtigen Lösungen einige Schwächen: So erkennt sie Interpunktion nicht von alleine, weshalb zu empfehlen ist, die Aufnahme alle 5-10 Minuten zu stoppen und diese nachzutragen. Das ist auch deswegen ratsam, weil sich womöglich Fehler eingeschlichen haben.

Ein weiterer Nachteil ist, dass es nicht möglich ist, das Fenster zu wechseln, ohne dass die Aufnahme gestoppt wird. Zudem braucht man – mindestens – genauso lange, wie die Aufnahme dauert. Insgesamt war der Transkriptionsprozess bei Testaufnahmen alter Interviews allerdings weitaus schneller als bei einer rein manuellen Eingabe. (muz, 16.2.2020)