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Warschau – Zehntausende Menschen sind in Warschau für höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten auf die Straße gegangen. Sie folgten einem Aufruf des Gesamtpolnischen Gewerkschaftsverbands (OPZZ) unter dem Motto "Wir haben genug", wie die Agentur PAP am Samstag berichtete. Laut Behörden nahmen rund 26.000 Meschen an der Demonstration teil.

Man habe genug von den "konzeptlosen" Reformen der nationalkonservativen Regierung, sagte der OPZZ-Vorsitzende Jan Guz. "Unsere Familien hungern!" Zu den Hauptforderungen der Gewerkschaften zählen eine deutliche Anhebung des Mindestlohns und die Einführung der 35-Stunden-Woche.

3,40 Euro Mindestlohn

Vor zwei Wochen hatte die Regierung unter Mateusz Morawiecki von der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) eine Anhebung des Mindeststundenlohns ab 2019 von derzeit 13,70 Zloty (3,18 Euro) auf 14,70 Zloty, umgerechnet 3,40 Euro, beschlossen.

Die gesellschaftspolitisch konservative Partei hatte die Parlamentswahl im Jahr 2015 unter anderem mit dem Versprechen gewonnen, die Sozialleistungen massiv zu erhöhen. Kritiker werfen der Partei vor, ihre Versprechen gebrochen zu haben. Erst im vergangenen Monat forderte der Gewerkschaftsverband NSZZ Solidarnosc, der der Regierungspartei nahe steht, eine Erhöhung der Löhne im öffentlichen Sektor um zwölf Prozent, weil es seit 2010 keine Indexierung mehr gegeben habe. (APA, dpa, Reuters, 22.9.2018)