Stuart B. Cameron ist CEO und Gründer der Uhlala GmbH. Seit 2009 unterstützt, fördert und vernetzt Uhlala LGBT+ in ihrer Karriere.

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Die Diversity-Welle bewegt sich, aber es ist noch viel zu tun. Arbeitnehmer sollten darauf aber nicht warten – stattdessen selbst aktiv werden!

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Denn in der gelebten Realität bleibt von solchen smarten Bekenntnissen zu einer vielfältigen Unternehmenskultur nicht viel übrig. Zwar sind nach einer Umfrage der "Charta der Vielfalt" zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland der Meinung, Vielfalt im Unternehmen bringe konkrete Vorteile. Allerdings haben 65 Prozent der befragten Diversity-Befürworter noch gar keine Maßnahmen eingeführt, um Vielfalt zu managen. Nur 20 Prozent planen für die Zukunft konkrete Diversity-Management-Maßnahmen.

Anerkennung und Respekt zählen zu den Grundbedürfnissen der Menschen, warum also nicht auch im Job? Unternehmen müssen aufhören, nur zu behaupten, dass ihnen diese Themen wichtig sind. Allein in Deutschland gibt es über 7.000 börsennotierte Unternehmen, von denen die meisten sich noch nicht mit Diversity beschäftigen.

Auf der anderen Seite sehen wir auch einen positiven Trend. Wir arbeiten beispielsweise mit rund 100 Arbeitgebern zusammen, die sich für Vielfalt innerhalb des Unternehmens, der Organisation erfolgreich engagieren. Weitere 200 Unternehmen sind uns als "LGBT+ freundlich"* bekannt. Die Diversity-Welle bewegt sich, aber es ist noch viel zu tun. Arbeitnehmer sollten darauf aber nicht warten – stattdessen selbst aktiv werden!

Was heißt das konkret? Zeigen Unternehmen Ansprechpartner und Strukturen, an die sich Mitarbeiter bei Problemen u.a. Sexismus, Homophobie, Rassismus etc. wenden können, ist das ein erster positiver Indikator. Große Unternehmen pushen eigene Netzwerke für Frauen, und LGBT+ Mitarbeiter oder veranstalten regelmäßige Workshops, um die Sichtbarkeit talentierter Frauen zu erhöhen. Das Leadership Excellence Acceleration Program von SAP ist hier ein gutes Beispiel. Ergebnis: 2017 hat SAP das interne Ziel erreicht und 25 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt.

Der Kampf um Fachkräfte ist auch der Grund, warum so viele Unternehmen mit Vielfalt werben. Eine schmerzhafte Entwicklung für die Wirtschaft, die Arbeitnehmer stärker für ihre eigenen Bedürfnisse einsetzen sollten. Prüfen Sie Ihren zukünftigen Arbeitgeber gut und wenn dort wirklich Diversity gelebt wird, dann wechseln Sie. Vergeuden Sie nicht kostbare Lebenszeit bei Arbeitgebern, die es nicht wert sind. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.