"Nicht er" stand auf den meisten Schildern bei Demonstrationen gegen den Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro.

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Besonders viele Frauen gingen auf die Straße. Bolsonaro ist in der Vergangenheit mehrmals mit frauenfeindlichen Äußerungen aufgefallen.

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Rio de Janeiro – Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in Brasilien haben hunderttausende Frauen gegen den rechtspopulisischen Kandidaten Jair Bolsonaro protestiert. Sie gingen am Samstagabend landesweit in dutzenden Städten auf die Straße, unter anderem in den Metropolen Rio de Janeiro und Sao Paulo. Auch in New York, Dublin, Paris, Budapest und Beirut gab es Demonstrationen.

"Entweder wir schließen uns jetzt zusammen und kämpfen oder wir werden späte zusammen trauern", sagte Ludimilla Teixeira, die den Protestzug in Rio de Janeiro mitorganisiert hatte. "Wir dürfen nicht erlauben, dass Faschismus in Brasilien voranschreitet."

Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich mindestens eine halbe Million Menschen an dem Protest. Die Polizei nannte keine Zahlen.

Frauenfeindliche Äußerungen vom brasiliansichen Trump

Der Rechtspopulist Bolsonaro wird häufig als "Donald Trump Brasiliens" bezeichnet und fällt immer wieder mit rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Äußerungen auf. So warnte er auch schon davor, Frauen als Arbeitskräfte anzustellen, weil sie schwanger werden könnten. Auch die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen versuchte er schon zu verteidigen.

Bolsonaro wurde am Samstag aus dem Krankenhaus entlassen, wo er nach einem Messerangriff bei einem Wahlkampfauftritt Anfang September behandelt worden war. Er liegt in Umfragen bei der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober vorn. In einem Fernsehinterview kündigte er am Freitag bereits an, als Wahlausgang nur seinen Sieg zu akzeptieren. (APA, AFP, 30.9.2018)