Zwei Lemuren in einem Zoo im belgischen Brugelette.

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Mit Gesichtserkennung verbinden wir einerseits ein Feature moderner Smartphones und andererseits ein Element von Überwachungssystemen. In China wollen die Behörden künftig die massenhafte Videoüberwachung mit automatischer Identifizierung der Menschen verbinden.

Gesichtserkennung ist aber eine Technologie, die nicht nur auf Menschen beschränkt ist. Sie wird auch für Tiere eingesetzt. Die Bandbreite der erkannten Spezies ist mittlerweile recht groß, wie eine Übersicht des New York Magazine zeigt. Eine Auswahl.

Kühe

Der Einsatz von Gesichtserkennung für eines der beliebtesten Tiere in der Landwirtschaft, dürfe nicht verwundern. Mittlerweile gibt es Software für das Herdenmanagement. Eine Firma, das irische Start-up Cainthus, hilft Bauern, Gesichtsaufnahmen der Rinder zu machen. Diese dienen, den individuellen Verbrauch von Essen und Wasser zu messen, Verhaltensmuster zu erfassen und auch für die Zuordnung gemessener Gesundheitswerte. Das soll es unter anderem ermöglichen, Erkrankungen früh zu erkennen und sogar Abweichungen bei der Milchproduktion vorauszusagen.

Schafe

Auch hier soll die Technologie dazu dienen, sich besser um die Tiere zu kümmern. Der Ansatz von Forschern der Cambridge University ist spannend. Sie nutzen Gesichtserkennung, um an Veränderungen festzustellen, ob die Schafe gerade Schmerz emfpinden. Eine Methode, die deutlich schneller ist, als dies auf anderem Wege zu evaluieren und zu besserer Tierhaltung beitragen soll.

Lemuren

Wir kennen sie als kleine, herzig aussehende Affen in Zeichentrickfilmen: Lemuren. Und diese kleinen, herzigen Affen sind schon länger eine bedrohte Tierart. 2012 galten sie sogar als dem Aussterben sehr nahe. Mithilfe von 462 Aufnahmen von 80 Rotbauchlemuren haben Forscher der George Washington University ein System namens LemurFaceID entwickelt. Es kann mit 97-prozentiger Genauigkeit das Antlitz zweier Kleinaffen unterscheiden. Es soll künftig bei der Langzeiterforschung der Tiere und somit auch bei der Arterhaltung helfen.

Wale

Dass Wissenschaftler nun ein System haben, das Wale anhand ihrer Gesichter erkennen kann, haben sie Fans der schwimmenden Säuger rund um die Welt zu verdanken, die diese zusammentrugen. So konnte die Firma DeepSense die Software kalibrieren, die zu Beginn bereits eine 87-prozentige Erkennungsrate vorweisen konnte. Mittlerweile konnte diese deutlich gesteigert werden. Man nutzt das System, um die Bewegung der Tiere durch den Ozean nachzuvollziehen. Beim New York Magazine taufte man es gar das "Facebook für Wale". (red, 21.12.2018)