Am Ende eines unspektakulären Rennens freute sich Lewis Hamilton über einen weiteren Titel.

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Zuvor hatte der Brite einen unterlegenen Mercedes ins Ziel gebracht – das reichte.

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Mexiko-Stadt – Lewis Hamilton ist zum fünften Mal Formel-1-Weltmeister. Der 33-jährige Brite wurde am Sonntag im drittletzten Saisonrennen in Mexiko beim Sieg von Red-Bull-Pilot Max Verstappen, der vor den beiden Ferraris von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen gewann, Vierter. Damit ist der Brite nicht mehr von der Spitze der Fahrerwertung zu verdrängen.

Hamilton steht mit seinen fünf Titeln (2008, 2014, 2015, 2017, 2018) nun auf einer Stufe mit Argentiniens Formel-1-Ikone Juan Manuel Fangio. Nur der siebenfache Champion Michael Schumacher steht noch vor Hamilton. Für den 21-jährigen Niederländer Verstappen, der schon im Vorjahr in Mexiko gewonnen hatte, war es der fünfte Grand-Prix-Sieg seiner Karriere, der zweite in diesem Jahr nach jenem im Red-Bull-Heimrennen in Spielberg. Teamkollege und Polesetter Daniel Ricciardo fiel zehn Runden vor Schluss mit einem technischen Defekt aus.

Hamilton machte schon beim Start klar, dass er nichts mehr anbrennen lassen wollte. Während Vettel, verdammt zum Siegen, seinen vierten Startplatz lediglich halten konnte, schob sich Hamilton auf den 890 Metern bis zur ersten Kurve auf Rang zwei vor. Vorjahressieger Verstappen übernahm die Führung und gab sie dann auch nicht mehr ab.

Auf rohen Eiern

Im Autodromo Hermanos Rodriguez entwickelte sich vor über 100.000 Fans die erwartete Reifenschlacht, alle Fahrer versuchten, die empfindlichen Pneus so gut es ging zu schonen. An der Reihenfolge an der Spitze änderte sich nach den ersten Boxenstopps nichts. Während Hamilton nicht zum Vollgas gezwungen wurde, überholte Vettel während einer Überrundungsphase Ricciardo.

Kurze Zeit später ging der Deutsche auch an Hamilton vorbei, doch der 33-Jährige konnte es verschmerzen und wehrte sich nicht. Vettel hätte die WM-Entscheidung nur durch einen Sieg noch einmal vertagen können – falls Hamilton nicht über Platz acht hinausgekommen wäre.

Der Brite, dessen Pneus immer mehr abbauten, musste nach einem Verbremser dann auch Ricciardo vorbeilassen. "Ich habe verdammt noch mal nichts zuzusetzen", funkte Hamilton: "Da läuft etwas schief." Doch eigentlich passierte dann nicht mehr viel. Vettel profitierte vom erneuten Ausfall Ricciardso, Hamilton cruiste dem Titel entgegen.

Fahrerische Klasse

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte Hamilton in Mexiko Titel Nummer vier gefeiert. Er pilotierte in diesem Jahr auf dem Höhepunkt seines Schaffens, im Gegensatz zu Vettel unterlief ihm auch unter Druck kaum ein Fehler. Umso höher ist dieser Titel einzuschätzen, da der Brite noch im Sommer nicht als Favorit galt. Erstmals seit langer Zeit steuerte er nicht das schnellste Auto, doch Hamilton blieb in diesem lange heißen Duell cool, legte wie Mercedes noch einmal zu und unterstrich so seinen Status, einer der besten Rennfahrer der Geschichte zu sein.

"Wir haben diesen Titel nicht hier gewonnen", sagte Hamilton nach einem aus seiner Sicht "fürchterlichen", durch große Reifenprobleme gekennzeichneten Grand Prix. "Ich bin seit ich 13 Jahre alt war bei Mercedes. Heute hier zu stehen und das zu schaffen, was Fangio geschafft hat, ist ein ganz besonderer Moment."

Vettel ging durchaus selbstkritisch mit sich ins Gericht. "Wenn Ferrari und ich weniger Fehler machen, können wir das Tandem Mercedes/Hamilton besiegen", sagte er jüngst. In Zukunft müsse man dafür "einen besseren Job machen." Dieser Tag sei für ihn kein einfacher. (sid, APA, 28.10.2018)