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Jakarta – Bei einem Flugzeugabsturz in Indonesien sind am Montag vermutlich alle 189 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Die Boeing 737 Max 8 des indonesischen Billigfliegers Lion Air verschwand am Montag wenige Minuten nach dem Start in der Hauptstadt Jakarta von den Radarschirmen. Sie war auf dem Weg zu der Nachbarinsel Bangka, der Flug sollte nur eine Stunde dauern.

Die Rettungsdienste entdeckten am Montag erste Trümmer vor der Küste von Sumatra. Am Vormittag wurde bekannt, dass auch erste Leichen geborgen wurden. Vermutlich kamen alle Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder ums Leben. An Bord waren 189 Menschen, darunter mindestens 23 Mitarbeiter der indonesischen Regierung. Es war das schlimmste Flugzeugunglück seit 1997, als eine Maschine der Garuda Indonesia in der Stadt Medan abstürzte. Damals kamen 214 Menschen ums Leben.

Pilot wollte umkehren

Nach Angaben der Fluggesellschaft hatte die Maschine technische Probleme. Es ist der erste Absturz einer Boeing des Typs 737 Max, der erst 2017 in Dienst gestellt wurde. Die Maschine sei erst seit August in Betrieb und voll flugtauglich gewesen, gab Lion Air bekannt. Pilot und Copilot seien erfahren gewesen.

"Unser Pilot hat nach Vorschrift gehandelt", sagte Lion-Air-Vorstandschef Edward Sirait. "Als er gesehen hat, dass es ein Problem gibt, hat er darum gebeten, zur Basis zurückkehren zu dürfen. Aber wir wissen, wie es zu Ende ging." Sirait bestätigte, dass die Maschine zuvor schon ein technisches Problem gehabt habe. Dieses sei jedoch vor dem Flug am Montag behoben worden. Details nannte er nicht.

Funkkontakt abgebrochen

Ein Sprecher der Rettungsdienste, Muhammad Syaugii, sagte: "Wir haben Rettungswesten, Handys und Flugzeugteile entdeckt." Vermutet werde, dass das Wrack der Maschine nun in einer Tiefe von etwa 35 Metern im Meer liege.

Retter machen sich bereit, um an der Unfallstelle des Flugzeugs zu tauchen.
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Die Boeing war um 6.20 Uhr Ortszeit (0.20 Uhr MEZ) in Jakarta gestartet. Zuletzt wurde Flug JT-610 dann bei Karawang in der Provinz Westjava geortet, sagte ein Sprecher der Such- und Rettungsdienste. Der Kontakt sei 13 Minuten nach dem Start abgerissen.

Boeing veröffentlichte Montagmorgen ein Statement auf Twitter. Man stehe für technische Unterstützung zur Aufklärung des Vorfalls bereit, hieß es:

Lion Air ist eine indonesische Billigfluglinie, die 1999 gegründet wurde. Die stark expandierende Gesellschaft, die moderne Maschinen von Boeing und Airbus einsetzt, fliegt hauptsächlich Ziele innerhalb Indonesiens an. Allerdings stehen auch einige Auslandsziele auf dem Flugplan. Die Flotte umfasst mehr als 100 Maschinen.

Die EU-Kommission hatte die von dem Absturz in Indonesien betroffene Fluggesellschaft Lion Air 2016 von der schwarzen Liste gestrichen. Diese Aufstellung umfasst Airlines, denen der Betrieb in der Europäischen Union untersagt ist. Die Entscheidung sei auf Grundlage einer Experten-Analyse getroffen worden, sagte ein Sprecher. (APA, dpa, Reuters, 29.10.2018)