Athen – Linksextreme haben sich am Samstagabend in Athen Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Zuvor hatten viele Tausend Menschen bei weitgehend friedlichen Demonstrationen an den Studentenaufstand gegen die griechische Militärdiktatur vor 45 Jahren erinnert.

Später errichteten Autonome im studentischen Stadtteil Exarchia Straßensperren, zündeten Mülltonnen an und warfen mit Steinen und Brandsätzen. Fernsehbilder zeigten Vermummte, die Brandsätze von Hausdächern schleuderten.

Chaos in den Straßen von Exarchia.
Foto: ARIS MESSINIS / AFP

Die Polizei setzte Tränengas ein, bereits am frühen Abend gab es mehrere Festnahmen. Die Krawalle anlässlich des Jahrestags der Studentenrevolte am 17. November haben Tradition. Die Polizei war vorsorglich mit rund 5.000 Beamten im Einsatz, wie griechische Medien berichteten. Das Stadtzentrum war teilweise für Fahrzeuge gesperrt, auch Metrostationen wurden aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen.

Junta brach bald auseinander

Der Aufstand der griechischen Studenten an der Technischen Universität Polytechnio in Athen wurde von der seit 1967 herrschenden Militärdiktatur im November 1973 blutig niedergeschlagen. Unmittelbar danach stürzte Diktator Georgios Papadopoulos aufgrund von Unstimmigkeiten innerhalb der von den USA unterstützte Obristenjunta. Unter seinem Nachfolger Dimitrios Ioannidis brach die Juntaherrschaft 1974 nach einem missglückten Putsch in Zypern und einer türkischen Militärintervention zusammen.

Tausende erinnerten friedlich an die Opfer von 1973.
Foto: REUTERS/Costas Balta

Über die Zahl der Opfer des Studentenaufstandes von 1973 gibt es keine gesicherten Angaben. Verschiedenen Quellen zufolge soll es zwischen 700 und 1.000 Verhaftete, zwischen 180 und 200 Verletzte und 23 Tote gegeben haben. (red, APA, 17.11.2018)