Die Angelegenheit nahm für "Kike_0615" schließlich ein gutes Rnde.

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Ein Jahr lang hatte "Kike_0615" ein Konto bei Sonys Playstation Network. Dann wurde der Account unerwartet vom sprichwörtlichen "Banhammer" getroffen. Der Spieler aus Mexiko erhielt eine E-Mail, in der ihm lapidar mitgeteilt wurde, dass sein Konto "permanent gesperrt" wurde. Der Grund: Sein Username sei "nicht angemessen".

Antisemitischer Slang und normaler Spitzname

Genauere Angaben fehlten dem Schreiben, was den Nutzer verwirrt zurück ließ. Er versuchte mehrfach, Sonys Support zu erreichen. Nachdem es keine Reaktion gab, recherchierte er selbst und fand heraus, dass "Kike" insbesondere in den USA verortete, abwerte Bezeichnung für Juden ist.

Ein Umstand, der ihm allerdings nicht bekannt war, als er sich angemeldet hatte. Denn "Kike" ist auch ein üblicher Spitzname, eine Kurzform für "Enrique", den Vornamen von Kike_0615. Und so werde er schon seit seiner Kindheit genannt, selbst auf Sportkleidung auf seiner Schule sei der Name aufgedruckt.

Seine Situation trug er schließlich auf Reddit vor, wo er zahlreiche Unterstützung fand. Er betonte, dass er wieder Zugriff auf seine bezahlten Inhalte haben wolle. Es tue ihm leid, falls sein Pseudonym jemanden verletzt habe und er sei bereit, es zu ändern. Die Causa wurde schließlich von verschiedenen Medien aufgegriffen, etwa auch PSU.

Sony reagiert spät

Schließlich meldete der Spieler Fortschritte. Ein Supportmitarbeiter habe sich gemeldet und versprochen, die Angelegenheit an höhere Instanzen zu übergeben. In einem weiteren Posting berichtet er vom Anruf eines Supportmanagers.

Dieser entschuldigte sich im Namen von Sony. Man habe sich schnell zusammengesetzt, nachdem man von seinem Reddit-Eintrag erfahren habe. Danach sei sein Konto wieder freigeschalten worden. Zudem müsse er auch seinen Nutzernamen nicht ändern.

Wenngleich der Fall ein glückliches Ende fand, wirft er Fragen auf. So bleibt offen, warum Sony keinen Filter implementiert hatte, der die Anmeldung dieses scheinbar anstößigen Namens verhindert hätte. Und es zeigt abermals, wie schwer es Spielern oft gemacht wird, den Support zu erreichen und solche Entscheidungen anzufechten. (red, 25.11.2018)