Neuerlich lieferten sich Demonstranten Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Foto: APA/AFP/SAMEER AL-DOUMY

Paris – Nach den Ausschreitungen haben Vertreter der französischen Regierung Alarm geschlagen. Die Gewalt vor allem in Paris sei eine "Katastrophe für den Handel, sie ist eine Katastrophe für unsere Wirtschaft", sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Sonntag bei einem Besuch von Ladenbesitzern in der französischen Hauptstadt.

Der angesichts der gewaltsamen Demonstrationen unter Druck stehende französische Präsident Emmanuel Macron will sich in der kommenden Woche zu den Sozialprotesten äußern. "Der Präsident der Republik wird natürlich wichtige Ankündigungen machen", sagte ein Regierungssprecher dem Fernsehsender LCI am Sonntag, ohne weitere Details zu nennen. "Nicht alle Probleme der Gelbwesten-Demonstranten werden jedoch wie durch Zauberhand gelöst werden." Macron steht zunehmend in der Kritik, weil er seit über einer Woche trotz der Proteste gegen seine Reformpolitik nicht in der Öffentlichkeit erschienen ist.

Über 1.700 Demonstranten und Randalen wurden mittlerweile in Frankreich festgenommen.
Foto: Reuters / Benoit Tessier

Landesweit beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums vom Sonntag rund 136.000 Menschen an den Kundgebungen. Ihnen standen insgesamt 89.000 Sicherheitskräfte gegenüber. Auch am Samstag hatte es erneut Ausschreitungen gegeben. Besonders brisant war die Lage in Paris. Dort zündeten Demonstranten Barrikaden und Autos an, schlugen Fensterscheiben ein und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Am Pariser Place de la Republique versammelten sich am Samstag wieder die "Gelb-Westen".
Foto: Reuters / Stephane Mahe

In ganz Frankreich habe es habe mittlerweile mehr als 1.700 vorläufige Festnahmen gegeben, teilte das Innenministerium am Sonntag mit. Allein in der Hauptstadt setzte die Polizei laut Präfektur 1.082 Protestteilnehmer vorläufig fest. (Reuters, APA, AFP, 9.12.2018)