May wird sich morgen doch keiner Brexit-Abstimmung im Parlament stellen.

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Medienberichten zufolge will die britische Premierministerin Theresa May keine 30 Stunden vor der finalen Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus diese offenbar doch noch verschieben. Das meldete unter anderen die BBC unter Berufung auf Regierungskreise. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst aber nicht.

Zuvor hatte May ihre engsten Berater in die Downing Street 10 gerufen. Mit ihrem Kabinett soll eine Telefonkonferenz stattgefunden haben. May drohte eine deutliche Abstimmungsniederlage, nachdem sich in den vergangenen Wochen nicht nur die nordirische Unionisten-Partei, die Mays Minderheitsregierung stützt, sondern auch zahlreiche Tories gegen den vorliegenden Brexit-Vertrag aussprachen.

Brexit-Minister Stephen Barclay soll in Kürze im britischen Parlament ein Statement zu Artikel 50, dem EU-Austrittsartikel, abgeben. Auch May selbst soll sich gegen 16.30 Uhr im Parlament einfinden.

Scharfe Kritik von Labour

Die Regierung habe offenbar entschieden, dass Mays Brexit-Deal so desaströs sei, dass sie sich fünf vor zwölf für eine Verschiebung der Abstimmung entschieden habe, sagte Oppositionsführer Jeremy Corbyn. "Wir haben keine funktionierende Regierung", erklärte der Labour-Chef. (red, 10.12.2018)