Schwierige Verhältnisse in Wien-Hütteldorf.

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Wien – Die massiven Probleme mit dem Rasen im Allianz-Stadion lassen Rapid wohl zu einer drastischen Maßnahme greifen. Laut Sportgeschäftsführer Fredy Bickel wird intensiv geprüft und ins Auge gefasst, den kompletten Unterbau zu erneuern, um einen zufriedenstellenden Zustand des Spielfelds herzustellen.

Anders sei dem ramponierten Rasen nicht beizukommen, sagte Bickel am Montag. "Die ärmsten Hunde sind derzeit nicht unsere Spieler oder Trainer, sondern unsere Platzwarte. Sie arbeiten rund um die Uhr, aber das Problem liegt eben nicht an der Oberfläche, sondern am Unterbau."

"Während der Saison ist das undenkbar"

Daher muss der Unterbau wohl getauscht werden, was ein langwieriges Unterfangen wäre. "Während der Saison ist das undenkbar. Wir prüfen derzeit noch, ob wir es vor Beginn der Frühjahrssaison oder nach der Saison machen würden", erklärte Bickel. Der Sportchef rechnet mit hohen Kosten für dieses Projekt. "Das wird eine Stange Geld kosten."

Trainer Dietmar Kühbauer und viele seiner Spieler hatten sich am Sonntag nach dem 0:0 gegen Sturm Graz über den desolaten Rasen beschwert, wofür Bickel vollstes Verständnis hat. "Der Platz kommt uns überhaupt nicht entgegen, weil wir praktisch immer das Spiel machen müssen, und das ist auf diesem Rasen schwierig."

"Der schlechte Rasen ist für uns definitiv ein Nachteil, weil die Mannschaften gegen uns im Allianz-Stadion nicht mit offenem Visier und nicht so offen wie daheim spielen", sagte Kühbauer. Das holprige Geläuf lasse die Rapid-Profis schlechter aussehen, als sie eigentlich seien. "Es ist schwierig, wenn einfache Pässe irgendwo hingehen und jeder glaubt, das war ein technischer Fehler."

Kühbauers Spieler formulierten die Kritik teilweise noch drastischer. So meinte Goalie Richard Strebinger: "Auf so einem Platz kommt kein Spiel zustande. Ich verstehe nicht, wieso man das nicht in den Griff bekommt. Da muss man ins Budget reinfahren und eine gescheite Wiese herstellen, sonst kann ich auch in der Landesliga spielen."

"Unmöglich, den Ball direkt zu spielen"

Ähnlich äußerte sich Mittelfeldspieler Thomas Murg. "Es war ab und zu unmöglich, den Ball direkt zu spielen. Der Platz macht es nicht leichter für die Mannschaft, die viel Ballbesitz hat."

In den kommenden Tagen wird das Grün noch einmal ordentlich beansprucht. Am Mittwoch steigen dort die letzten Einheiten von Rapid und den Glasgow Rangers vor dem Europa-League-Duell, das am Donnerstag stattfindet. Den Grün-Weißen reicht dabei schon ein Punkt zum Aufstieg ins Sechzehntelfinale. (APA, 10.12.2018)