Wer bei Menpad arbeitet und ein iPhone kauft, zahlt doppelt. Angesichts der Preise wohl eine ziemlich kostspielige Angelegenheit.

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Nachdem zuletzt ZTE für Verstöße gegen das internationale Embargo gegen den Iran büßen musste, verschärft die US-Regierung ihren Kurs gegen den Elektronikriesen Huawei. So fordert man dazu auf, dass Länder beim Aufbau ihrer 5G-Netze auf Equipment des Unternehmens verzichten, da man Spionage im Dienste der chinesischen Regierung befürchtet. Manche Staaten, etwa Neuseeland, haben bereits einen Verzicht angekündigt.

Von Peking und Huawei werden die Anschuldigungen seit je her entschieden zurückgewiesen. Für Huawei könnte die öffentliche Brandmarkung als "Regierungsspitzel" auch weiterführende Konsequenzen haben. Denn das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren enorm erfolgreich am Smartphonemarkt behauptet und auf Platz 3 hinter Samsung und Apple vorgearbeitet.

Wer ein iPhone kauft, zahlt doppelt

Auch bei einem Zulieferer von Huawei, der in Shenzhen ansässigen Firma Menpad, kommt die US-Politik nicht gut an. Menpad stellt für Huawei LCD-Panels her und produziert auch Geräte für Videokonferenzen und touchscreenbasierte Eingabesysteme. Die Firma hat nun Vergeltungsmaßnahmen als Reaktion auf die US-Politik angekündigt, berichtet die Soutch China Morning Post.

Konkret will man verhindern, dass Mitarbeiter iPhones kaufen. Wer innerhalb der nächsten drei Jahre ein Apple-Handy anschafft, soll mit einer Strafe in der Höhe seines Marktpreises sanktioniert werden. Gleichzeitig hat sich das Unternehmen selbst dazu entschlossen, bei der Anschaffung von Büroausstattung, Computern oder Autos auf amerikanische Produkte zu verzichten.

Gleichzeitig will man Mitarbeitern, die sich ein Smartphone von Huawei oder ZTE kaufen, 15 Prozent des Anschaffungspreises refundieren. Und wer es schafft, für die eigenen Produkte US-Auftraggeber zu gewinnen, erhält zudem doppelte Provision.

Wenig Auswirkungen erwartet

Ob das iPhone-Verbot des Zulieferers signifikante Auswirkungen auf die Apple-Bilanz haben wird, darf bezweifelt werden, auch wenn unklar ist, wie viele Mitarbeiter Menpad hat. Die Probleme in Cupertino sind eher größerer Natur. Nachdem man in diesem Jahr als erste Firma über eine Billion Dollar wert war, ist der Aktienkurs seitdem rasant eingebrochen. Investoren bereitet die schwächelnde iPhone-Nachfrage Sorge, zudem scheinen selbst treue Fans des Unternehmens die Preisgestaltung langsam nicht mehr mitzutragen. (red, 11.12.2018)