Amazon hat mehrere Mitarbeiter entlassen.

Foto: Reuters/NICHOLSON

Amazon hat mehrere Mitarbeiter entlassen, da diese angeblich Verkäufern auf der Plattform interne Daten zukommen ließen. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Das Unternehmen hatte Leaks untersucht und beschuldigt nun mehrere Angestellte aus den USA und aus Indien.

Eigene Produkte besser positionieren

Die Weitergabe der Daten wurde von Verkäufern dazu genutzt, um das System zu missbrauchen und die Konkurrenz zu sabotieren. Ziel war es primär, die eigenen Produkte weiter oben zu positionieren. Weit verbreitete Tricks sind etwa das Verfassen einer Vielzahl von Bewertungen bei der Konkurrenz oder ein absichtlich herbeigerufenes, massives Suchvolumen an der eigenen Ware. Bewertungen sind absichtlich extrem schlecht, oder aber exzessiv positiv, damit Amazons sie als Fakes erkennt und dadurch der Verdacht entsteht, der Betroffene hätte sie selbst unerlaubterweise verfasst, um das eigene Produkt zu bewerben.

Accounts teuer verkauft

Zudem werden im Netz von chinesischen Firmen auch Großhändler-Accounts teuer verkauft oder vermietet. laut "Wall Street Journal" kosten sie rund 15.000 US-Dollar oder 1.500 Dollar pro Monat. Sie bieten die Funktion, Produktseiten zu bearbeiten – manche verwenden sie, um etwa falsche Fotos bei Angeboten der Konkurrenz hinzuzufügen. Vor allem vor den Weihnachtsfeiertagen seien solche Sabotageaktionen gängig. Amazon gibt an, auch gegen solche "bösartigen Akteure" vorgegangen zu sein. (red, 12.12.2018)