Schon Heinz Erhardt machte sich über die Nichteignung eines Autos, allzu klobige Lasten zu führen, lustig, auch wenn das einem Willi nichts ausmacht.

Foto: dpa

Ein Bett, nicht im Kornfeld, sondern im Golf. Da passen übrigens jetzt auch noch zwei Damen hinein. Nein, nicht alle davon können aufrecht sitzen.

Foto: derStandard.at

Nutzis als Testwagen sind unter Autojournalisten nicht sehr begehrt, weil mit der Größe des Wagens für gewöhnlich die Größe des Freundeskreises wächst. Justament dann finden sich etliche, die eine Idee für einen Realitätstest haben.

Foto: Wolf-Dieter Grabner

Den Armin Wolf kennen Sie, gell? Ich kenne den, der sich – das ist jetzt auch schon mehr als zehn Jahre aus – dessen altes Cabrio gekauft hat. Also den Golf vom Wolf. Das allein wäre jetzt noch nicht eine Geschichte wert, aber wie der junge Mann mit dem Ex-Golf vom Wolf eine ordentliche Ladung Topfpflanzen von der Wohnung ins Wochenendhaus führte – oder umgekehrt, das weiß ich jetzt nicht mehr –, das war ein Anblick, der jeden Hobbygärtner sofort niederstrecken würde.

Cabrio als Pick-up verwenden

Der Harold (Name von der Redaktion nicht sehr großartig verändert) öffnete das Verdeck des Golf, stellte auf die Rücksitzbank, was reinging, und fuhr dann über die Schnellstraße, den mehr als mannshohen Ficus benjamina und was er sonst noch so an Buschen mithatte, entlaubend.

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, ich habe auch einmal ein Bild gesehen, das zeigt, wie er die Thujen, die er daheim gerodet hat, auf den Sammelplatz führt. Der Golf vom Wolf war danach nicht mehr der Gleiche.

Golf, Teil II

Noch einmal Golf. In dem verstauten Violetta und ihre nicht weniger überschminkte Freundin ein Metallbett, das eine STANDARD-Kollegin über eine Onlineprivatbörse verkaufte. Jetzt war das Bett nicht nur Feng-Shui-mäßig völlig ungeeignet für die beiden Damen, berichtet die Kollegin, sondern auch noch eher in der Lage, den Golf aufzunehmen, als umgekehrt. Alles zerlegend, was nur irgendwie geht, und die menschliche Physiognomie beim Sitzen am Beifahrersitz vollkommen missachtend, brachten die beiden Damen aber nicht nur das Gestell, sondern auch die riesige Matratze unter. Obwohl, wir dürfen heute davon ausgehen: Das Bett war nach dem Abbau nie wieder das Gleiche.

Und dann ist da noch die Geschichte von dem Piano und dem Pferdeanhänger. Was soll ich sagen? Es grenzt an ein Wunder, dass das Tasteninstrument nach dem Transport nicht als Brennholzstapel entladen wurde. Obwohl man schon sagen muss, dass die Reise derart voller Strapazen für das Instrument war, dass es danach nie wieder das Gleiche sein sollte.

Selbsterfahrung mit viel Fahrung

Ich selbst hab' von meinen Eltern einst einen kleinen Kühlschrank bekommen. Gerade so groß wie die Fernseher seinerzeit. Mehr hätte in der Küche meiner Studentenwohnung aber auch nicht Platz gehabt. Für den Kofferraum der Sierra-Limousine war aber selbst der kleine Kühlschrank zu groß. Also durfte er die Reise vom Süden der Steiermark in den Norden von Wien auf der Rücksitzbank mitfahren. Und man muss von Glück reden, dass er erst in der allerletzten Kurve umkippte und das hintere Seitenfenster zerstörte. Weil es war Winter, es schneite, und es war entsprechend kalt.

Nein, nicht was Sie jetzt glauben. Der Sierra war bald wieder der Gleiche. Der hat ein neues Fenster bekommen, und gut war's. Dem Kühlschrank machte es auch nichts aus. Nur ich war danach nie wieder der Gleiche. Ladungssicherung hat mit diesem einen Schlag total an Bedeutung für mich gewonnen. Denn wenn meine Eltern nicht letzten Endes den Schaden übernommen hätten, wäre mein ganzes Erspartes draufgegangen. Und das Ersparte vom nächsten Jahr auch.

Jetzt sind aber bitte Sie dran

Welche unglücklichen Erlebnisse hatten Sie schon? Welche Kunststücke, was den Transport betrifft, haben Sie schon geschafft? Lassen Sie uns an Ihren Geschichten teilhaben. Das lindert ein wenig den Schmerz derer, welche die gerade eben erst teuer erstandenen Weihnachtsgeschenke aus irgendeinem Grund doch nicht gut nach Hause gebracht haben – und eine Transportversicherung natürlich nicht andachten. Oder tun Sie das immer? (Guido Gluschitsch, 14.12.2018)