Wien – Das ORF-Budget für das nächste Jahr steht. Der ORF-Stiftungsrat hat am Donnerstag in seiner letzten Sitzung des Jahres den Finanzplan für 2019 mit großer Mehrheit abgesegnet. Von den 35 Stiftungsräten haben nur die fünf vom Betriebsrat entsandten Mitglieder den Finanzplan abgelehnt.

Am Montag hatten ÖVP-nahe Stiftungsräte noch damit gedroht, das Budget abzulehnen, sollte Generaldirektor Alexander Wrabetz bis Donnerstag nicht noch zusätzliches Sparpotenzial von zehn Millionen Euro finden.

Zumindest fünf Millionen mehr sollen durch eine zentrale Disposition für die ORF-Technik eingespart werden. Heißt: Eine zentrale Stelle vermittelt Kameraleute, Cutter, aber auch Masken- und Kostümbildner jeweiligen Redaktionen– das soll die Effizienz steigern. Ursprünglich war das Projekt für 2020 geplant, jetzt wird es bereits 2019 in zwei Abteilungen ausprobiert. "Das heißt nicht, dass kaufmännische Abteilungen Programmentscheidungen treffen", betonte Wrabetz.

ÖVP-interne Auslagerungspläne

Ein internes Arbeitsprogramm der türkisen und blauen Stiftungsräte geht noch weiter: Die ORF-Technik soll verkleinert und ausgegliedert werden. Der Hintergrund: Die ORF-Techniker könnten als Mitarbeiter von Tochtergesellschaften auch für andere Medienunternehmen arbeiten. Der Fraktionschef der ÖVP-nahen ORF-Stiftungsräte verneint einen so konkreten Plan auf Anfrage.

Auch wenn diese Vorhaben im Stiftungsrat am Donnerstag kein Thema waren, warnt Heinz Lederer, der Sprecher der SPÖ-nahen Stiftungsräte, gegenüber dem ΔTANDARD für den Fall vor: "Das bedeutet Krieg."

Bis 2022 muss der ORF 300 Millionen Euro und 300 Mitarbeiter einsparen, das war die Bedingung des Stiftungsrats für die Gebührenerhöhung 2017. 160 Vollzeitäquivalente seien laut Wrabetz bereits erreicht, bis 2021 will der ORF noch 140 Mitarbeiter abbauen.

Zwei Prozent mehr Gehalt

Auch ein neuer Lohnabschluss für ORF-Mitarbeiter wurde am Donnerstag erreicht. Die Gehälter der Mitarbeiter, die nach neuem Kollektivvertrag angestellt sind, erhalten ab 1. Jänner um 2 Prozent mehr, die alten Kollektivverträge 1 Prozent. Die Verhandlungen seien "harte und schwierige" gewesen, sagte Wrabetz am Donnerstag vor Journalisten. Der Abschluss zeige, dass die Sozialpartnerschaft im ORF funktioniere. Nächstes Jahr soll ein Übertrittsvertrag verhandelt werden, um die teuren Altverträge in ein neues Gehaltsschema zu überführen.

Der Leiter des ÖVP-Freundeskreises, Thomas Zach, und Franz Maurer für die FPÖ blickten positiv auf das Stiftungsratsjahr zurück und verweisen auf den Beschluss für den ORF-Standort und Klausuren zum Thema Digitalisierung. "Wenn wir die Dinge nicht kontroversiell diskutieren würden, würden Sie uns vorwerfen, dass wir nur zum Kipferlessen kommen", sagte Maurer. (pp, 13.12.2018)