Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner könnte bald zu seinem Stabschef werden.

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Washington – Bei der Suche nach einem neuen Stabschef für US-Präsident Donald Trump kristallisieren sich einem Insider zufolge drei Favoriten heraus. In der engeren Auswahl seien der frühere Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner sowie der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer, sagte eine mit der Personalsuche vertraute Person am Freitag der Agentur Reuters.

Bereits am Donnerstag hatten US-Medien berichtet, dass Kushner, der 37-jährige Ehemann von Trumps Tochter Ivanka, als Kandidat gelte. Vergangene Woche war mitgeteilt worden, dass der bisherige Stabschef im Weißen Haus, John Kelly, das Amt Anfang Jänner abgibt. Neben den drei gebe es weitere Kandidaten, so der Insider weiter. Wie sonst auch, könne der Präsident seine Meinung noch ändern.

Der stellvertretende Trump-Sprecher Hogan Gidley sagte, der Präsident könne Kelly auch darum bitten, eine kurze Zeit länger als vorgesehen im Amt zu bleiben. Es werde aber mit einer raschen Entscheidung gerechnet. Kellys bevorstehender Abgang gehört zu einer Reihe von Personalwechseln, mit denen Trump sein Team neu aufstellen will.

Kein leichter Job

Trumps bisherige Stabschefs hatten im Weißen Haus einen schweren Stand. Kelly war im Juli 2017 dem glücklosen Reince Priebus gefolgt. Das Verhältnis zwischen dem angesehenen Vier-Sterne-General und dem Präsidenten soll sich dann aber schnell verschlechtert haben.

Seitdem sucht der Präsident einen Nachfolger für den Job in der Machtzentrale in Washington – allerdings bisher vergeblich. So sagte der als Favorit gehandelte Stabschef von Vize-Präsident Mike Pence, Nick Ayres, ab und kündigte seinen Rückzug aus dem Weißen Haus an. Auch der erzkonservative Abgeordnete Mark Meadows sagte ab.

Trumps Schwiegersohn Kushner ist bereits ein einflussreicher Präsidentenberater. Er spielte unter anderem bei den Freihandelsgesprächen mit Kanada und Mexiko eine zentrale Rolle und soll für Trump einen Nahost-Friedensplan erarbeiten. Kushner unterhält zudem enge Verbindungen zum saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, der wegen der Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi international in die Kritik geraten ist. (APA, Reuters, 14.12.2018)