Der E-Golf ist noch ein Minderheitenprogramm.

Foto: REUTERS

Wien/Wolfsburg – Im Zuge des Abgasskandals sind beim VW-Konzern in Österreich derzeit 840 Verfahren anhängig. 90 zivilrechtliche Verfahren sind erstinstanzlich entschieden, davon 69 zugunsten des Konzerns, so der Generalimporteur Porsche Holding. In 2. Instanz gab es 35 Urteile zugunsten von Volkswagen, fünf Urteile entschieden die Kläger für sich. Ein rechtskräftigtes Urteil gegen den Konzern gebe es nicht.

200 der anhängigen Klagen betreffen die Händler direkt, sie werden von der Porsche Holding schadlos gehalten. Dies sei ein seit drei Jahren etablierter Prozess.

Trotz des Abgasskandals blickt die Porsche Holding, nach Eigenangaben der größte Autohändler Europas, auf ein starkes Jahr zurück. Geschäftsführer Hans Peter Schützinger erwartet für 2018 das drittbeste Jahr in der Geschichte. Dank Zukäufen im Ausland konnte die Mitarbeiterzahl im Jahresvergleich von 29.300 auf 31.109 gesteigert werden, bei den Händler-Standorten legte die Porsche-Holding von 427 auf 451 zu.

Beim meistverkauften Auto, dem VW Golf, gab es allerdings einen Absatzrückgang von 1,2 Prozent. 2019 will der Konzern den Nachfolger, die Modellserie VIII, auf den Markt bringen.

Für das 1. Halbjahr 2019 erwartet Schützinger einen starken Gesamtmarkt. Dann folgt in der zweiten Jahreshälfte die zweite Stufe der verschärften Abgasmessungen, die sich auf die Absatzzahlen nicht so stark auswirken werde wie die Verschärfung heuer im September, die zu einem deutlichen Rückgang bei den Neuzulassungen führte.

Verschrottet

Im Zuge von Rabattaktionen wurden heuer 10.000 alte Dieselautos verschrottet, "das war extrem erfolgreich", so der Holding-Chef. Ernüchternder ist die Bilanz bei alternativen Antrieben. "Da tut sich noch nicht viel", meinte Schützinger. Wobei auch die Relationen beachtet werden müssen. Tesla, in aller Munde, bringe es in Österreich bei E-Autos auf einen Marktanteil von sieben Prozent, der des VW-Konzerns liege bei 29 Prozent.

Für 2019 kündigte Schützinger eine weitere Reduktion der Vertriebskosten an, hier befinde man sich in einer Transformation. "Der Kunde holt sich die Infos digital und schließt dann analog ab", so Schützinger heute bei der Jahrespressekonferenz in Wien.

Sichtlich Freude bereitete ihm heuer die Porsche Bank, die in 15 Ländern vertreten ist. Der Bestand an Kundenverträgen für Finanzierung, Versicherung und Wartung sei in diesem Jahr auf 1,5 Millionen angewachsen, ein Plus von 13 Prozent. In Österreich ist der Bestand der Finanzierungs-Verträge um zehn Prozent auf mehr als 208.000 Stück gestiegen. 44 Prozent der Neuwagen der Volkswagen Konzernmarken werden von der Porsche Bank finanziert. Die Bilanzsumme betrage 6,1 Mrd. Euro. Die Bank sei klarer Marktführer bei Fahrzeugfinanzierungen und die Nummer Eins im Fuhrparkmanagement. (APA, 14.12.2018)